Trägermedium
Englisch: carrier
Eine Flüssigkeit oder ein Gas, das als Trägerstoff für eine andere Substanz dient.
Träger: das Fahrzeug, das Wirkstoffe dorthin bringt, wo sie gebraucht werden
Ein Träger ist eine chemisch inerte oder nahezu inerte Substanz, üblicherweise flüssig oder gasförmig, die einen Wirkstoff durch ein Verfahren oder System transportiert und verteilt. Der Träger selbst leistet wenig oder gar keine Arbeit; seine Aufgabe ist, etwas anderes an die richtige Stelle zu bringen, auf eine Oberfläche aufzutragen oder in ein Volumen zu verteilen, wo dieser Wirkstoff seine Funktion erfüllen kann. Häufig verwendete Träger sind Wasser, Mineralöl, Propylenglykol, Druckluft und verflüssigtes Erdgas.
Bei Beschichtungsanwendungen hält ein Lösemittelträger Farbpigmente und Harze in Suspension und sorgt für glattes Fließen durch Spritzgeräte oder auf Substrate. Während der Träger verdunstet, bleiben Pigment und Bindemittel als trockener Film zurück. Bei Agrarchemikalien verteilt der Träger Pestizide oder Herbizide gleichmäßig über Kulturen; Pflanzenölkonzentrate und Wasser sind Standard-Träger. Bei der industriellen Reinigung lösen wässrige Träger Verschmutzungen auf und halten sie in Suspension, so dass sie bei der Spritz- oder Tauchbehandlung entfernt werden können.
Trägerauswahl und Leistungsprobleme
Die Wahl des Trägers hängt von der Löslichkeit des Wirkstoffs, der Applikationsmethode, den Umgebungsbedingungen und den Kosten ab. Ein Träger, der für eine Formulierung funktioniert, kann bei einer anderen zu Entmischung, Ausfällung oder Schaumbildung führen. Flüchtige Träger verdunsten schnell, können aber in geschlossenen Räumen Dampfgefahren erzeugen; zähe Träger haften an Oberflächen, können aber möglicherweise nicht in poröse Materialien eindringen. Inkompatibilität zwischen Träger und Substrat oder Ausrüstung kann zu Korrosion, Quellung oder Verstopfung führen. Viskosität und Oberflächenspannung des Trägers beeinflussen die Sprühzerstäubung, die Deckungsgleichmäßigkeit und das Ablaufverhalten.
In der Klebstoffherstellung hält der Träger Klebstoffe oder Harze bei einer pumpbaren Konsistenz, bis sie verwendet werden; dann verhärtet die Verbindung durch Verdunstung oder chemische Reaktion. In der pharmazeutischen oder kosmetischen Herstellung muss der Träger Reinheits- und Stabilitätsnormen erfüllen; Wasser, Ethanol und Glyzerin werden streng überwacht. Bei Pulverbeschichtung verwenden die Pulverpartikel manchmal statt eines flüssigen Trägers eine elektrostatische Ladung, aber Flüssigsysteme setzen auf Lösemittel oder Öle zur Unterstützung der Applikation und des Verlaufs.
Der Begriff spiegelt die passive Rolle des Trägers wider: er ist ein Transport- und Liefermedium, kein Wirkstoff. Das Verständnis von Trägereigenschaften ist wesentlich für die Behebung von Applikationsfehlern, die Kontrolle von Verdunstungsraten, die Erfüllung behördlicher Anforderungen zu flüchtigen organischen Verbindungen und die Gewährleistung der Produktlagerstabilität. Die Wahl des falschen Trägers kann zu Produktausfällen im Feld führen, auch wenn der Wirkstoff einwandfrei ist.