Abschlag
Englisch: blowoff
Das Entfernen von überschüssigem Schaum und Kohlendioxid aus dem Gärbehälter während der aktiven Gärphase.
Blowoff: Schaum- und Gasaustritt während der Gärung
Ein Blowoff ist die kontrollierte Freisetzung von Kohlendioxid und Schaum, die sich während der aktiven Hefegärung in einem Gärbehälter ansammeln. In Brauerei- und Gärungsarbeiten tritt dies auf, wenn Hefe Zucker verbraucht und CO2 als Nebenprodukt erzeugt, wodurch Druck und Schaum entstehen, die entweichen müssen, um Behälterbeschädigungen zu verhindern und einen reibungslosen Gärungsablauf zu ermöglichen.
Der Blowoff beginnt normalerweise 12 bis 48 Stunden nach dem Anstellen der Hefe, sobald die Gärung in ihre heftige Phase eintritt. Während dieser Zeit kann die CO2-Produktion intensiv sein. Statt ein Gärröhrchen zu verwenden, das durch Schaum verstopft werden könnte, nutzen viele Produzenten einen Blowoff-Schlauch: ein Schlauch, der vom Behälter in einen Eimer mit Wasser oder Desinfektionslösung führt. Das aufsteigende Gas drückt Schaum und Flüssigkeit durch den Schlauch in den Eimer, während die Wasserfalle verhindert, dass Sauerstoff und Verunreinigungen in den Behälter gelangen.
Materialüberlegungen sind hier wichtig. Der Schlauch muss sowohl Temperaturänderungen als auch die milde Säure aus der gärenden Flüssigkeit aushalten. Silikon oder Lebensmittel-Vinyl sind Standard. Der Auffangeimer sollte groß genug sein, um überschüssigen Schaum aufzunehmen, ohne überzulaufen; Gärung kann überraschend große Schaummengen erzeugen, besonders bei Ale-Hefen oder Rezepten mit hohem Zusatzstoffanteil.
Blowoff unterscheidet sich von der normalen Gärröhrchen-Verwendung, weil er Flüssigkeitsüberträge toleriert und sogar erwartet. Ein Standard-Gärröhrchen würde sich mit Schaum zusetzen und nicht mehr richtig belüften. Sobald die Gärungsintensität nachlässt, normalerweise nach 5 bis 10 Tagen je nach Temperatur und Hefestamm, kann der Behälter auf ein Standard-Gärröhrchen für den Rest der Gärung und Reifung umgestellt werden.
Die Praxis ist in kleinen und Hobby-Braubetrieben verbreitet, wo Einfachheit und Sicherheit zählen. Große kommerzielle Gärbehälter nutzen normalerweise mechanische Schaumkontrollsysteme oder CO2-Köpfe, die für riesige Gasmengen ausgelegt sind. Zu wissen, wann ein Blowoff angemessen ist und wann ein Gärröhrchen ausreicht, verhindert sowohl Kontamination als auch das Chaos von Überläufen.