Anschlag
Englisch: cast on
Das Starten der ersten Reihe beim Stricken, indem man Maschen auf eine Nadel aufnimmt.
Anschlag: die Grundreihe, die alle Strickarbeiten verankert
Der Anschlag ist die Technik zum Bilden der anfänglichen Maschen auf einer Nadel, die als Ankerpunkt für alle nachfolgenden Strickreihen dient. Ohne eine Anschlagreihe hast du keine Maschen zum Verarbeiten. Der Prozess erzeugt eine Kette von Schlaufen entlang des Nadelschafts, jede einzelne in der richtigen Größe und Spannung, damit die erste echte Strickreihe beginnen kann.
Es gibt dutzende benannte Anschlagmethoden, jede für unterschiedliche Zwecke geeignet. Der Fadenschlag, auch kontinentale Methode genannt, verwendet einen einzelnen Faden und erzeugt eine ausgewogene Kante mit guter Elastizität; das ist der häufigste Ansatz beim Handstricken. Der Verschlag baut Schlaufen auf, indem jede neue Masche durch die vorherige gestrickt wird, was eine sehr feste, nahezu nicht elastische Kante ergibt, die sich für Rippenbündchen oder maßgeschneiderte Nähte eignet. Der provisorische Anschlag nutzt einen Opferfaden, der später entfernt wird und es ermöglicht, aktive Maschen aufzunehmen, nachdem das Grundgewebe fertig ist. Industrielle Flachbettmaschinen können automatische Anschlagmechanismen verwenden, die mit hoher Geschwindigkeit durch die Nadelbetten fahren und je nach Maschinenfeinheit und Fadenstärke 50 bis 100 oder mehr Anschlagmaschen pro Minute auswerfen.
Häufige Probleme und Einstellung
Die Spannung beim Anschlag bestimmt, ob die Kante lose genug ist, um hineinzustricken, oder so straff, dass die ersten Reihen verzerrt werden. Zu lose Anschläge verursachen Leitern oder fallen lassende Maschen in den Grundreihen; zu straffe sind kaum zu stricken und erzeugen sichtbare Kräuselungen. Bei Industriemaschinen können fehlerhafte Nockenscheibentiming oder falsche Nadelhöhe verhindern, dass Schlaufen ordnungsgemäß im Haken sitzen, was zu verdrehten Maschen oder fehlenden Maschen führt. Handstrickerinnen und Handstricker kämpfen oft damit, dass sie den Anschlag zu straff arbeiten, weil das Bilden neuer Maschen erfordert, den Faden durch das Nadelöhr mit erheblichem Fingerdruck zu drücken.
Der Begriff "Anschlag" stammt aus der älteren Handweberei, wo Fäden vor Beginn des eigentlichen Webens in Position "geworfen" oder gelegt wurden. Beim Handstricken legst du buchstäblich Garn auf kontrollierte Weise auf die Nadel. Industrielle Strickmaschinen nutzen Rotations- oder Flachbettnadeln, und die Anschlagreihe wird normalerweise durch eine Reihe mechanischer Haken- und Riegel bewegungen vor dem Eingreifen des Hauptstrickkopfes gebildet.
Eine Anschlagkante ist sichtbar und wird durch nachfolgende Arbeitsgänge wie Zusammennähen, Säumen oder Abketteln behandelt. Qualitätskontrollprüfungen umfassen die Überprüfung der Maschenzahl, die Bestätigung der einheitlichen Schlaufenhöhe und das Testen, dass die Kante die beabsichtigte Elastizität hat. In der Konfektionsfertigung wirkt sich die Anschlagqualität direkt auf die Nahtfestigkeit und Passform an Kanten wie Halsausschnitten, Bündchen und Säumen aus.