abschreiben
Englisch: cast off
Den Platzbedarf des Schriftsatzes für den gegebenen Manuskripttext ermitteln.
Umbruch: Vorausberechnung des Platzbedarfs von Schriftsatz
Umbruch ist die Vorausberechnung, wie viele Zeilen Satzspiegel oder wie viele Seiten aus einem gegebenen Manuskript oder Textblock entstehen. Der Setzer schätzt die Endlänge, indem er die Zeichen im Manuskript misst und Laufweite sowie Zeilenabstand einer bestimmten Schriftart und Schriftgröße anwendet. Diese Vorhersage bestimmt, ob der Text in den vorgesehenen Raum passt, ob der Text gekürzt werden muss oder eine andere Schriftspezifikation erforderlich ist.
Die traditionelle Methode nutzt einen Umbruchmaßstab oder Schriftlineal. Der Setzer zählt die Zeichen im Manuskript (einschließlich Leerzeichen und Satzzeichen), multipliziert dann mit der durchschnittlichen Zeichenbreite der gewählten Schriftart. Die Zeichenzahl wird durch die Zeilenlänge geteilt, um die Gesamtzeilenzahl zu ermitteln; die Gesamtzeilenzahl multipliziert mit dem Zeilenabstand ergibt die Satztiefe in Zoll oder Cicero. Digitale Satzsysteme berechnen dies heute automatisch, aber das Prinzip bleibt dasselbe: die Vorhersage der endgültigen Seitenzahl vor Beginn des Satzes.
Häufige Fehlerquellen und Variablen
Verschiedene Schriftarten nehmen bei gleicher Schriftgröße unterschiedliche Breiten ein. Ein für 10er Times berechneter Umbruch passt möglicherweise nicht, wenn zur 10er Helvetica gewechselt wird. Proportionalschriften erschweren die Berechnung, weil ein i wesentlich schmäler als ein m ist. Festschriftarten wie Courier vereinfachen den Umbruch, da jedes Zeichen die gleiche Breite hat. Der Zeilenabstand verändert auch die Gleichung; engerer Abstand verdichtet die Seite, größerer Abstand dehnt sie aus.Der Umbruch ist bei gebundenen Arbeiten entscheidend: Wenn ein Heft oder Magazin gleichmäßig über Lagen verteilt werden muss, führen Rechenfehler zu unbequemen Schnitten, leeren Seiten oder kostspieliger Neuauflagen. Eine Berechnung, die nur um zwei oder drei Zeilen daneben liegt, kann einen Kapitelanfang an eine ungünstige Position verschieben. Historische Umbruchberechnungen waren oft konservativ und rechneten mit Pufferbereich, um Überläufe auszuschließen.
Der Begriff spiegelt die mechanische Natur der Druckproduktion wider. "Umbruch" machen hieß ursprünglich brechen oder trennen; hier bedeutet es, den Platz zu berechnen und festzulegen, den der Schriftsatz einnehmen wird, um Designer und Setzer in die Lage zu versetzen, den Auftrag sicher zu planen. In digitalen Arbeitsabläufen ist die Aufgabe nahezu augenblicklich gelöst, doch die Begrifflichkeit bleibt bestehen, weil der konzeptionelle Schritt für die Druckplanung unverzichtbar ist.