Kristalldetektor
Englisch: cat's whisker
Der Draht, der den Kristall in einem Kristallempfänger berührt.
Katzenbart: Der Draht, der einen Kristallempfänger abstimmt
Ein Katzenbart ist ein feiner Draht, normalerweise aus Stahl oder Messing und oft aus Phosphorbronze, der zu einer scharfen Spitze gezogen und in leichte Berührung mit der Oberfläche eines Kristalldetektor gehalten wird. In einem Kristallradioempfänger bildet dieser empfindliche mechanische Kontakt einen gleichrichtenden Übergang, der ankommende Radiowellen in hörbares Signal umwandelt. Der Bediener verstellte die Position des Bartdrahts auf der Kristalloberfläche millimeterweise, bis der Empfänger mit einer gewünschten Sendefrequenz in Resonanz ging.
Der Kristall selbst, normalerweise Bleiglanz (Bleisulfid) oder ein anderes Halbleitermineralt, saß fest in einer Fassung oder einem Halter. Der Bartdraht, von einem flexiblen Federarm oder Gelenkhals gehalten, drückte mit gerade ausreichend Kraft dagegen, um elektrischen Kontakt zu halten, ohne eines der Bauteile zu beschädigen. Das erforderte Geduld und eine ruhige Hand; zu starker Druck zerkratzte den Kristall, während zu leichter Kontakt zu Knistern oder Signalabbruch führte. Das richtige Kontaktfeld zu finden, manchmal Sweet Spot genannt, bedeutete oft, blind zu arbeiten, da der Übergang keine feste Geometrie hatte.
Woher der Name kommt
Der Begriff entstand wegen des haarfeinen Aussehens des Drahts, das einem steifen Schnurrbart einer Katze ähnelt. Frühe Experimentatoren verwendeten echte Haare von Katzen und Hunden, bevor sie zu gezogenem Metall übergingen. Der Name blieb trotz seiner einfachen Herkunft bestehen und wurde bis ins Zeitalter der Elektronenröhren verwendet.Kristallradiogeräte wurden in den 1920er Jahren von röhrenverstärkten Empfängern verdrängt, die höhere Verstärkung und größere Frequenzstabilität boten. Kristalldektoren und ihre Bartdrähte blieben jedoch für Schulungszwecke, als Notfalgeräte und in spezialisierten Anwendungen bis weit ins zwanzigste Jahrhundert in Gebrauch. Die Physik des Katzenbartdrahtkontakts, obwohl grob mechanisch, wurde später als frühes Halbleiterverhalten verstanden und schuf konzeptionelle Grundlagen für die moderne Halbleiterelektronik.
Der Katzenbart zeigt die vormoderne Funkpraxis: vollständig mechanisch, manuelle Frequenzabstimmung nach Gehör erforderlich und dem Bediener direktes Tastempfinden beim Signalempfang ermöglichend. Seine Empfindlichkeit gegenüber Schwingungen, Temperaturänderung und mechanischem Verschleiß machte ihn nach späteren Maßstäben unzuverlässig, doch er bewies, dass brauchbare Gleichrichtung ohne Röhren möglich war, nur mit einer Mineraloberfläche und einem Punktkontakt.