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Metallurgie

Zementation

Englisch: cementation

Oberflächenlegierung eines Metalls durch Eindiffundieren eines anderen Materials.

Zementieren: Diffusion von Kohlenstoff oder anderen Atomen in Stahl

Zementieren ist ein oberflächenhärtungsverfahren im festen Zustand, bei dem Kohlenstoff, Stickstoff oder andere Elemente bei hoher Temperatur in die äußere Schicht eines Stahlwerkstücks eindiffundieren. Im Gegensatz zum Aufkohlen, das ein kohlenstoffreiches Gas oder eine Flüssigkeit nutzt, packt das traditionelle Zementieren das Werkstück in ein festes Medium, typischerweise Holzkohle gemischt mit einem Aktivator wie Bariumcarbonat oder Natriumcarbonat, und erwärmt es bei 900, 950 °C für Stunden oder Tage. Der Aktivator zersetzt sich, um Kohlenmonoxid zu erzeugen, das an der Stahloberfläche reduziert wird und atomaren Kohlenstoff freisetzt, der nach innen wandert und eine harte, verschleißfeste Schicht schafft, während der Kern zäh bleibt.

Tiefe und Härte der zementierten Schicht hängen von Temperatur, Zeit und der Zusammensetzung des Pakets ab. Eine typische Schicht könnte 0,5 bis 2 mm tief reichen; längere Zeiten und höhere Temperaturen treiben Kohlenstoff tiefer, riskieren aber Kornvergröberung und Verformung. Nach dem Zementieren wird das Werkstück gekühlt, die spröde Verbindungsschicht wird zerspant oder geschliffen, und das Werkstück wird gehärtet und angelassen, um die endgültige Schichthärte zu entwickeln, oft zwischen 55 und 62 HRC. Werkstücke, die auf diese Weise zementiert werden, wie Zahnflanken, Nockenlappen und Lagerflächen, gewinnen Verschleiß- und Ermüdungsbeständigkeit.

Historische und industrielle Bedeutung

Zementieren ist eine der ältesten Stahlhärtungstechniken, seit Jahrhunderten von Schmieden praktiziert, die Eisen in Holzkohle geschichtet haben. Das moderne industrielle Zementieren wurde weitgehend durch schnellere Verfahren verdrängt: Gasaufkohlung und Vakuumaufkohlung beherrschen die Großserienproduktion, weil sie bessere Kontrolle, kürzere Zykluszeiten (4, 12 Stunden gegenüber 16, 48 Stunden) und weniger Ausschuss durch zu hart werdende Verbindungsschichten bieten. Paketzementierung bleibt in Werkzeugräumen, Jobshops und Kleinserienarbeiten verbreitet, wo die Ofenzeit flexibel ist und spezialisierte Werkzeuge nicht verfügbar sind.

Der Begriff "Zementieren" erscheint auch in Pulvermetallurgie und Betontechnik, aber in der metallurgischen Härtung bezieht er sich immer auf Diffusionshärtung von Stahl. Das Wort stammt vom lateinischen "cementum", verwandt mit der Vorstellung des Zementierens oder Bindend; historisch wurde der Begriff angewendet, weil der Prozess scheinbar eine harte Schicht an die Stahloberfläche zementierte, obwohl modernes Verständnis ihn als atomare Diffusion und nicht als Klebstoffverbindung erkennt.

Verformung ist der Hauptpraktische Nachteil: lange Heizzyklus und die Bindung durch das Paket verursachen ungleichmäßige Ausdehnung und Schrumpfung und verformen dünnwandige Teile oder Bohrungen. Die Kontrolle des Kohlenstoffpotenzials und das Entfernen der spröden weißen Schicht (Verbindungsschicht) vor dem Härten sind entscheidend für den Erfolg. Werkstücke mit engen Maßtoleranzen erfordern oft Schleifen oder Honen nach der Wärmbehandlung.

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