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Vermessung

Kettenmaß

Englisch: chainage

Imaginäre Linie zur Messung von Entfernungen, oft entsprechend der Mittellinie einer geraden Straße.

Chainage: gemessene Entfernung entlang einer Vermessungslinie vom festgelegten Ausgangspunkt

Chainage ist das System zur Erfassung linearer Distanzen entlang einer vermessenen Linie, kumulativ gemessen von einem definierten Nullpunkt aus. Bei Straßenprojekten verläuft die Chainage typischerweise entlang der Mittellinie, mit Distanzmarkierungen in festen Abständen, üblicherweise alle 20 Meter oder 100 Fuß je nach lokaler Konvention. Eine Chainage von 1250 bedeutet 1250 Meter vom Projektdatum, was es einfach macht, jeden Punkt der Trasse zu lokalisieren, ohne auf Koordinaten zurückgreifen zu müssen.

Die Methode stammt aus der Kettenvermessung, wobei das eigentliche Messinstrument eine Vermessungskette war, typischerweise 66 Fuß lang in imperialen Systemen oder 20 Meter im metrischen System. Eine Kette war in 100 Glieder unterteilt, was es ermöglichte, Bruchanteile präzise zu erfassen. Der Begriff blieb bestehen, nachdem Ketten Messbändern und elektronischen Entfernungsmessern wichen. Chainages werden heute mit GPS, Totalstationen oder Lasermessgeräten abgesteckt, aber die Nomenklatur bleibt erhalten.

Anwendung in Planung und Bau

Chainage verankert Planungsdaten an physischen Positionen. Straßenentwurfspläne spezifizieren Stellungen von Durchlässen, Tangentenpunkte von Kurven und Gefällwechsel nach Chainage statt nach absoluten Koordinaten. Eine Notiz wie Vertikalkomve von 2450 bis 2650 teilt Baudiensten sofort mit, wo die Arbeiten beginnen und enden. Dieses lineare Referenzsystem ist auf der Baustelle wesentlich intuitiver als Gitterkoordinaten, besonders beim Arbeiten entlang einer Trasse.

Chainage funktioniert gleichermaßen für Eisenbahnen, Rohrleitungen und Versorgungskorridore. Jedes Objekt erfasst seine Längsposition auf diese Weise. Streitigkeiten über Haftung für Schäden oder Verwirrung darüber, welcher Abschnitt Wartung benötigt, werden durch Vergleich der Chainages gelöst. Das System ermöglicht auch Parallelarbeiten; ein Versorgungsgraben unter einer Straße wird mit derselben Chainage erfasst wie die Fahrbahn darüber.

Häufige Fehler entstehen durch kumulative Abweichungen, wenn Chainages schrittweise ohne regelmäßige Überprüfung gegen Langmessungen abgesteckt werden. Chainagewerte können sich auch ändern, wenn die Entwurfstrasse überarbeitet wird; neue Chainages müssen dann eindeutig veröffentlicht werden, um zu vermeiden, dass Baukolonnen an falschen Positionen arbeiten. Bei langen Projekten errichten Vermesser üblicherweise regelmäßige Chainage-Referenzmarken, normalerweise Metallpflöcke oder Zeugenmarken, damit der Verlust von Zwischenmarken die gesamte Vermessung nicht verfälscht.

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