Kettenmesser
Englisch: chainman
Eine Person, die eine Messskette oder ein Messstab verwendet.
Kettenmann: der Vermessungsgehilfe, der das Messbandführt
Der Kettenmann ist der Feldgehilfe, der während einer Vermessung die Messkette oder das Stahlmessband physisch handhält. Während ein Vermesser die Arbeiten leitet und die Messwerte aufzeichnet, geht der Kettenmann die zu messende Strecke entlang, hält das Ende der Kette fest, spannt sie straff und waagerecht und signalisiert, wenn die Messung abgeschlossen ist. Bei unebenem Gelände oder großen Entfernungen arbeiten oft zwei Kettenmänner zusammen: einer am Anfang, einer am Ende, und spulen die Kette schrittweise vorwärts.
Der Begriff leitet sich von der Gunter's chain ab, einer 66 Fuß langen Messkette, die in 100 Glieder unterteilt ist und Jahrzehnte lang die Landvermessung dominierte. Obwohl moderne Vermesser überwiegend elektronische Distanzmesser oder Stahlmessbänder nutzen, hat sich die Berufsbezeichnung erhalten, auch wenn das Werkzeug gewechselt hat. Ein Kettenmann führt heute typischerweise ein 100er- oder 300er-Stahlmessband, das auf einer Spule befestigt und mit einer Handkurbel oder einem Gewicht unter Spannung gehalten wird, um Genauigkeit zu sichern. Die Arbeit erfordert physische Ausdauer, grundlegende Rechenfähigkeit und die Fähigkeit, über Distanzen präzise Handzeichen zu folgen.
Die Genauigkeit hängt stark von der Disziplin des Kettmanns ab. Das Messband muss waagerecht gehalten, nie verdreht oder geknickt werden und unter der richtigen Spannung stehen, um Durchhang oder Dehnung zu vermeiden. Bei geneigtem Gelände werden Messungen häufig in waagerechte Abschnitte statt direkter Distanzen unterteilt. Häufige Fehler sind das Anlegen des Messbands auf Hindernissen, mangelnde Ausrichtung des Messbands zur Messlinie oder falsches Ablesen der Fußmarke am nächsten Ende. Schmutz, Feuchte und Temperaturschwankungen beeinflussen auch die Stahlbandlänge, daher notieren erfahrene Kettenmänner die Wetterbedingungen und wissen, dass ein Band sich minimal ausdehnen oder zusammenziehen kann.
Der Kettenmann nimmt die niedrigste formale Position in der Vermessungstruppe ein und lernt unter dem Chefvermesser, bevor er zu Instrumentenführer oder Messstablisten aufsteigt. Die Arbeit bleibt körperlich anstrengend und witterungsabhängig, typischerweise Facharbeit ohne staatliche Lizensierung. In dicht besiedelten Stadtgebieten oder dichtem Bewuchs, wo lange Sichtlinien unmöglich sind, wird die Rolle des Kettmanns kritisch; in offener Landschaft, wo elektronische Messungen dominieren, ist die Position aus professionellen Vermessungspraktiken weitgehend verschwunden.