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Vermessung

Messkette

Englisch: engineer's chain

Eine Rollenkette mit einer Länge von etwa 30 Metern und bestehend aus hundert Gliedern, verwendet zum Messen.

Ingenieurkette: 100-Fuß-Vermessungsmass mit 100 Gliedern

Eine Ingenieurkette ist ein stahlernes Messinstrument für Landvermessung und Absteckung von Baustellen. Sie besteht aus hundert verbundenen Gliedern mit einer Gesamtlänge von exakt hundert Fuß. Jedes Glied misst einen Fuß und macht die Kette gleichzeitig zu Lineal und Masseinheit in einem Werkzeug. Die Kette wird typischerweise aus Schmiedeeisen oder Stahldraht gefertigt, die Glieder sind durch Ringe oder Schlaufen verbunden und ermöglichen dem Messinstrument, sich beim Messen den Unebenheiten des Geländes anzupassen.

Die Ingenieurkette unterscheidet sich von der Vermessungskette (auch Gunter-Kette genannt), die 66 Fuß in 80 Gliedern misst. Das Design mit hundert Fuß und hundert Gliedern vereinfacht die Rechenarbeit auf der Baustelle: Dezimalrechnungen gehen leicht von der Hand und das Verhältnis Glied zu Fuß erspart Bruchrechnung. Diese dezimale Einfachheit machte die Ingenieurkette zum Standard in der amerikanischen Ingenieurbau, besonders bei Eisenbahnvermessungen, Strassenabsteckungen und Fundamentplanungen ab der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.

Die Kette wird in einer Ledertasche oder auf einer Rolle gelagert und transportiert, um Verwicklungen und Knicke zu vermeiden. Im Einsatz bedient sie eine zweipersonige Crew: eine Person hält das Nullende am Ausgangspunkt fest, die andere zieht die Kette straff entlang der Messlinie und hält sie waagerecht und spannungsfrei. Bei unebenem Gelände kann die Kette in waagerechten Segmenten Hänge hinabgestuft werden, oder der Messende hält sie erhöht, um einen wahren waagerechten Abstand zu bewahren. Zwischenpunkte werden mit Abstechwinkeln markiert, kleine Drahtstifte, die beim Zehn-Glieder-Intervall (Zehn-Fuß-Abstand) ins Gelände geschlagen werden, um den Fortschritt zu verfolgen und lange Messungen in handhabbare Strecken zu teilen.

Alter und Verschleiss führen zum Hauptschadenbild: Glieder dehnen sich aus und rosten, was die Kette über ihre Nennlänge von hundert Fuß hinaus verlängert und Fehler einführt. Eine um nur 0,1 Prozent gedehnte Kette erzeugt Messfehler von einem Fuß pro tausend Fuß kumulativer Messung. Regelmässige Kontrolle, Reinigung und Austausch beschädigter Glieder sichern die Messgenauigkeit. Temperatur wirkt sich ebenfalls auf Stahlketten aus; kalte Ketten schrumpfen, warme dehnen sich leicht aus, wobei der Effekt bei den meisten Bauarbeiten vernachlässigbar ist.

Moderne Vermessung hat Ketten grossenteils durch Stahlmesslineale und elektronische Distanzmessung ersetzt, die schneller und genauer sind. Allerdings bleibt die Ingenieurkette in Gebrauch für grobe Feldabsteckungen, historische Restaurierungen und Situationen, in denen Einfachheit und nicht-elektronische Zuverlässigkeit geschätzt werden. Die Begrifflichkeit lebt weiter in Grundstücksbeschreibungen und Urkunden, wo Entfernungen noch immer teilweise in Ketten oder Kettenteilen angegeben werden und das moderne Vermessungswesen mit jahrhundertelanger Konvention verbinden.

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