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Fertigung

chiné

adjectiveFertigung

Gemusterte oder fleckige Optik, entstanden durch unterschiedlich gefärbte Kettfäden oder durch zusammengedrehte Fäden verschiedener Farben.

Chiné: gestreiftes Gewebe aus unterschiedlich gefärbten Kettfäden

Chiné bezeichnet ein Gewebe mit absichtlich fleckiger oder gestreifter Optik, die beim Weben entsteht, nicht beim Druck. Der Effekt kommt zustande, indem man Kettfäden verwendet, die in verschiedenen Farben gefärbt wurden, oder indem man vor dem Einschlag Garne mit kontrastierenden Tönen zusammendrehen. Wenn diese unterschiedlich gefärbten Ketten mit einem einfarbigen Schuss verwebt werden, läuft die Farbvariation in Längsrichtung durch den Stoff und erzeugt ein weiches, unregelmäßiges Muster. Aus der Ferne wirkt es wie ein einzelner fleckiger Ton, bei näherem Hinschauen werden aber unterschiedliche Farbbänder sichtbar.

Der Begriff stammt vom japanischen Wort Chirimen, das ein gekräuseltes Seidengewebe bezeichnet, obwohl die Färbtechnik selbst älter und weiter verbreitet ist. Echtes Chiné unterscheidet sich von Space-Dyed-Garn, bei dem die Farbvariation vor dem Spinnen in einzelne Faserstränge eingebracht wird. Bei Chiné findet die Variation auf der Kettenstufe statt, zwischen den Fäden. Es ist also eine Entscheidung beim Aufbau der Kette und beim Färben, nicht bei der Garnvorbereitung. Der Effekt unterscheidet sich auch von gefärbten Karos oder Schottenkaro-Mustern, da Chiné ein unscharfes, diffuses Muster erzeugt und keine deutlichen geometrischen Blöcke.

Chiné kommt am häufigsten in Baumwoll- und Leinengeweben vor, die für leichte Kleiderstoffe, Hemden und Möbelstoffe bestimmt sind. Seiden-Chiné gibt es auch, ist aber weniger wirtschaftlich. Die Technik verlangt präzise Kontrolle beim Färben: Die Ketten müssen teilweise oder vollständig auf Stäbe aufgewickelt werden, dann in mehreren Färbebädern in bestimmter Reihenfolge getaucht oder verschiedene Kettenbereiche müssen einzeln gefärbt und danach zusammengewickelt werden. Jede Unebenheit bei der Farbaufnahme oder Spannung führt zu Unregelmäßigkeiten, die als Fehler statt als Muster wahrgenommen werden.

Eine verwandte, aber unterschiedliche Technik ist Ikat oder Plangi-Färbung, bei der Fäden vor dem Weben mit Resist gefärbt werden, um gemusterte Ketten zu erzeugen. Das Ergebnis ist schärfer und geometrischer als Chiné. Chiné kann auch mit Druck- oder Ausgasungstechniken kombiniert werden, um zusätzliche Effekte zu schichten. Das Hauptrisiko bei der Produktion ist ungleichmäßige Farbdurchdringung, die dazu führt, dass manche Kettenbereiche dunkler oder matter wirken als beabsichtigt. Spannungsschwankungen beim Kettenfärben lassen das endgültige Muster fleckig oder streifig statt angenehm gefleckt aussehen.

Im Großhandel für Stoffe wird Chiné als Designmerkmal verkauft und erzielt einen bescheidenen Preisaufschlag gegenüber einfarbigen Geweben derselben Faser und desselben Gewichts. Es signalisiert eine sanfte handwerkliche oder traditionelle Ästhetik ohne die Kosten für Jacquard- oder komplexe Drucktechniken. Die Qualität schwankt erheblich: Massenproduktions-Chiné wirkt oft flach oder einheitlich, weil die Farblote zu kontrolliert sind; bessere Beispiele zeigen echte Farbvariation und leichte Unregelmäßigkeit, die dem Stoff Charakter und optische Tiefenwirkung geben.

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