COCOT
Abkürzung für Customer-Owned Coin-Operated Telephone; Münztelefon in Kundenbesitz.
COCOT: das Münztelefon, das dir gehört
Ein COCOT ist ein Münztelefon, das von einem privaten Unternehmen oder Privatperson installiert und betrieben wird, nicht von der Telefongesellschaft oder dem Netzbetreiber. Der Betreiber sammelt die Münzen selbst ein, behält die Einnahmen und trägt die Kosten für Installation, Wartung und Betrieb. COCOTs wurden ab den 1980er Jahren in den USA verbreitet und füllten Standorte, an denen der etablierte Netzbetreiber keinen Gewinn sah: Bars, Wäschereien, Rastplätze, Krankenhäuser und Mietobjekte.
Die Hardware ist standard Telefonausrüstung, üblicherweise ein wandmontiertes oder auf einem Ständer stehendes Gerät mit Münzmechanismus für 5-, 10- und 25-Cent-Münzen. Das Telefon funktioniert wie jedes andere, es nutzt Standard-Telefonleitungen zum öffentlichen Telefonnetz. Das Besondere am COCOT ist die Eigentumsstruktur und Vertragsverhältnis: Der COCOT-Betreiber mietet Leitungszugang vom Netzbetreiber, behält aber die Münzeinnahmen und die Kontrolle über Standortwahl und Gebühren.
Die Installation benötigt eine dedizierte Telefonleitung und üblicherweise eine Gebühr an den Netzbetreiber für das Betriebsrecht. Der Münzmechanismus muss manipulationssicher und nachvollziehbar sein. Die Wartung liegt vollständig beim Besitzer, was laufende Kosten für Reparaturen, Leitungsmiete und Ersatz von Verschleißteilen bedeutet. Weil der Betreiber alle Münzen abzüglich der Gebühren für den Netzbetreiber behält, hängt die Rentabilität allein von der Anruffrequenz und den lokalen Tarifen ab.
Rückgang und Regulierung
COCOTs florieren während der Ära der Münztelefone, erlebten aber nach 2000 einen starken Rückgang durch Mobilfunke und Internet-Telefonie. Auch regulatorische Unsicherheit schadete dem Sektor: FCC und Landesbehörden erließen Regeln für Gebühren, Barrierefreiheit und Notrufe, die die Gewinnmargen schmälerten. Heute sind COCOTs selten und existieren hauptsächlich an abgelegenen Orten oder als Relikte in älteren Gebäuden.
Der Begriff findet sich noch in Behörvendokumenten und historischen Texten, aber aktiver COCOT-Betrieb ist inzwischen ungewöhnlich. Es zu verstehen bleibt für Facility-Manager relevant, die installierte Geräte übernehmen, für die Suche nach Notruftelefonenin abgelegenen Gegenden und für die wenigen Betreiber, die noch Münztelefon-Netze in Nischenmärkten unterhalten.