SpracheEnglishDeutsch
Elektrotechnik

Telekommunikationsunternehmen

Englisch: common carrier

Unternehmen, das öffentliche Telekommunikationseinrichtungen betreibt.

Common Carrier: ein Versorgungsunternehmen, das alle gleich bedienen muss

In der Elektrotechnik und Telekommunikation ist ein Common Carrier ein Unternehmen, das Übertragungsinfrastrukturen (Kupferleitungen, Lichtwellenleiterkabel, Funkfrequenzen oder Mikrowellenstrecken) betreibt und gesetzlich verpflichtet ist, diese Einrichtungen jedem zahlungsfähigen Kunden zu nicht diskriminierenden Bedingungen zu vermieten oder zur Verfügung zu stellen. Der Carrier wählt keine Kunden aus; er muss alle zu veröffentlichten, standardisierten Tarifen bedienen. Dies unterscheidet sich deutlich von einem Private Carrier, der zwar über Infrastruktur verfügt, diese aber nur für eigene Zwecke oder ausgewählte Kunden betreibt.

Das Common-Carrier-Konzept entstand in der Eisenbahn- und Telegrafiebranche, wo das Naturmonopol des Wegeigentums notwendig machte, dass kein einzelnes Unternehmen die Kontrolle über kritische Infrastruktur an sich reißt und damit Konkurrenten blockiert. Als das Bell System die frühe Telefondienste in Nordamerika dominierte, arbeitete es als Common Carrier (unter behördlicher Aufsicht) und musste konkurrierenden lokalen Netzen Zugang zu seinem Fernnetz ermöglichen. Behörden wie die Federal Communications Commission in den USA legen Tarife und Servicestandards fest, die Common Carrier befolgen müssen.

In der modernen Telekommunikation sind Common Carrier traditionelle Telefongesellschaften mit Sprachschaltungen, Carrier mit dedizierten Mietleitungen (wie T1 oder Ethernet-Diensten) und Internet Service Provider, die Grosskundenkapazität an andere Provider verkaufen. Ein Kabelfernsehbetreiber, der auch Breitband-Internetzugang anbietet, fungiert als Common Carrier für diesen Internetdienst, auch wenn er nicht als Common Carrier für die Videoinhalte gilt.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da der Common-Carrier-Status bestimmte rechtliche Haftungen und Schutzvorschriften mit sich bringt. Ein Common Carrier kann nicht für die über sein Netz übertragenen Inhalte haftbar gemacht werden, muss aber die Servicezuverlässigkeit wahren und kann einen Kunden nicht willkürlich abschalten oder diskriminatorische Tarife berechnen. Ein privater Netzbetreiber (wie ein unternehmensinternes Telekommunikationssystem) hat dagegen keine Common-Carrier-Pflichten.

Die Deregulierung in einigen Märkten hat diese Grenzen verwischt. In den USA versuchte der Telecommunications Act von 1996, Wettbewerb auf lokalen Märkten einzuführen und forderte nominell, dass etablierte Carrier Netzeinrichtungen an Konkurrenten zu regulierten Sätzen vermieten. Jedoch bleibt die Durchsetzung dieser Verpflichtungen umstritten und variiert von Region zu Region.

Mehr aus Electrical engineering

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.