Steuerwagen
Englisch: control car
Ein nicht angetriebener Eisenbahnwagen mit Führerstand, Frontleuchten und sonstiger Ausrüstung einer Lokomotive, wodurch ein Zug vom hinteren Ende aus gesteuert werden kann, ohne am Ende der Strecke eine Lokomotive umzusetzen.
Steuerwagen: fahrerloser Zug mit vollständiger Bedienungskabine am Ende
Ein Steuerwagen ist ein unbeantriebter Eisenbahnwagen mit einer vollständigen Bedienungskabine, die es einem Zugführer ermöglicht, einen Zug von hinten aus zu steuern und zu fahren, ohne dass eine Lokomotive am hinteren Ende erforderlich ist. Der Wagen ist mit all der wesentlichen Ausrüstung ausgestattet, die sich in einer Lokomotivkabine befindet: Fahrtregler, Bremsventil, Sandstreuer, Signalhorn, Scheinwerfer und Markierungslichter. Er ist mit dem pneumatischen Bremssystem und den Stromkreisen des Zuges verbunden, sodass Befehle vom Steuerwagen zur Antriebsanlage vorne übertragen werden.
Steuerwagen erübrigen die Notwendigkeit, eine Lokomotive am Terminal umzudrehen oder sie leer auf der Strecke zurückfahren zu lassen. Das spart Brennstoff, reduziert den Verschleiß der Antriebsanlage und verkürzt die Umschlagszeit. Sie sind im Nahverkehr, bei Kleinbahnen und in industriellen Rangierbetrieben üblich, wo Züge regelmäßig in beide Richtungen fahren. Der Lokführer hat gute Sicht nach vorne durch die Kabinenfenster und kann die Zuggeschwindigkeit, Druckluftbremse, Nutzbremse (falls vorhanden) und alle Lichtsysteme steuern, als würde er die Lokomotive selbst fahren.
Aufbau und Systeme
Ein Steuerwagen wird normalerweise auf einem Standardrahmen eines Güter- oder Personenwagens gebaut, mit einer verstärkten Bedienungskabine an einem Ende. Die Kabine sitzt hoch genug, um ausreichend Sicht nach vorne über dem Zug zu bieten. Gewichtsverteilung und Kupplungsfestigkeit müssen für das Ziehen von Lasten rückwärts ausgelegt sein. Der Wagen führt Steuerkabel oder Festverbindungen, die durch den Zug zur Lokomotive laufen; moderne Versionen haben oft auch Funk-Fernbedienungssysteme als Backup. Batteriebatterien versorgen die Kabinenleuchtung und Steuerschaltungen mit Strom, wenn die Lokomotive keine Stromversorgung liefert.
Steuerwagen funktionieren am besten auf Strecken, wo die Lokomotive immer am anderen Ende des Zuges ist. Sie sind nicht geeignet für Einsätze, bei denen die Lokomotive unterwegs abgekuppelt werden muss, und auch nicht für sehr lange Züge, bei denen die Signalübertragung problematisch wird. Im Güterbetrieb werden sie weniger verwendet als im Personen- oder Nahverkehr, da Güterlokomotiven leichter versetzt werden können. Der Begriff wird manchmal mit einem Triebkopf verwechselt, bei dem es sich um einen angetriebenen oder unbeantriebten Personenwagen mit einer Fahrerkabinenanlage handelt, der jedoch in erster Linie für den Personenverkehr und nicht zur Steuerung von Güterzügen ausgelegt ist.