Antikohärer
Englisch: anticoherer
Ein Gerät, dessen eine Form aus einer zerkratzten Silberschicht auf Glas besteht und mit dem Empfangsapparat zum Lesen von Funksignalen verbunden wird. Die einfallenden elektrischen Wellen erhöhen seinen Widerstand um ein Mehrfaches.
Antikohärer: ein Detektor, der sich gegen Funkstörungen wehrt
Ein Antikohärer ist ein passives elektrisches Bauelement, das die unerwünschte Empfindlichkeit früher Funkempfänger reduziert und der Neigung von Kohärern entgegenwirkt, nach der Detektion im leitenden Zustand zu verbleiben. Während der Widerstand eines Kohärers bei Funkwellen stark abfällt, steigt der Widerstand eines Antikohärers an, was ihn als Zusatzkomponente in Abstimmkreisen und Signalfiltern wertvoll macht. Die klassische Ausführung besteht aus einer feinen Silberschicht, oft zerkratzt oder absichtlich aufgeraut, auf einem Glassubstrat aufgebracht; andere Varianten nutzen Metalloxidschichten oder speziell präparierte Halbleiterflächen.
In der frühen Funktelegraphie (etwa 1900, 1920) war der Kohärer der dominierende Detektor, litt aber unter einem entscheidenden Mangel: Einmal durch eingehende Funkwellen in einen niederohmigen Zustand versetzt, blieb er leitend, bis er durch einen Klopfer oder Dekohärer mechanisch rückgestellt wurde. Diese Beständigkeit verursachte Übersprecheffekte und verhinderte den schnellen Empfang schwacher oder eng beieinanderliegender Signale. Der Antikohärer wurde eingeführt, um die Selektivität zu schärfen, indem er unerwünschten Frequenzen eine hohe Impedanz bot und gewünschten Signalen transparent war.
Die zerkratzte oder aufgeraute Metallfläche eines Antikohärers erzeugt zahlreiche Mikrokontakte, deren elektrisches Verhalten frequenzabhängig ist. Bei korrekter Fertigung zeigt das Bauelement Widerstandswerte von 1 bis 50 Ohm bei Gleichstrom, diese steigen aber deutlich bei angelegtem Wechselstrom an, besonders bei Radiofrequenzen. Das Glassubstrat bietet mechanische Abstützung und elektrische Isolation; das Kratzmuster wurde oft von Hand aufgebracht, was Konsistenz in der industriellen Fertigung zu einem praktischen Problem machte.
Niedergang und Ablösung
Der Antikohärer wurde obsolet, nachdem die Thermionendiode (Fleming-Ventil, 1904) und später der verfeinerte Kristallgleichrichter für den Funkempfang einsatzreif wurden. Diese aktiven und halbaktiven Detektoren boten deutlich bessere Empfindlichkeit, Störungsunterdrückung und Reproduzierbarkeit. Ab den 1920er Jahren verschwanden Antikohärer aus den meisten Empfängerdesigns und überlebten nur noch in Spezialanwendungen, die passive Filter erforderten, oder in pädagogischen Demonstrationen früher Funkprinzipien.Heute taucht der Antikohärer fast ausschließlich in historischen Zusammenhängen und Museumsrestaurierungen auf. Bastler, die periodenkorrekte Rückkopplungsempfänger rekonstruieren, können ihn noch immer aus historischen Materialien und Spezifikationen selbst aufbauen, aber kein industrieller Hersteller produziert Antikohärer mehr für den Einsatz in funktionsfähigen Geräten. Das Verständnis dieses Bauelements bleibt für Historiker der Funktechnik und für Techniker bei der Restaurierung früher Funkgeräte wertvoll, wo die ursprünglichen Schaltpläne und Stücklisten unter Umständen noch auf dieses Bauteil verweisen.