Nut- und Feder-Rahmen
Englisch: cope and stick
Rahmen- und Füllungsverbindung für Türen, Vertäfelungen usw., bei der eine profilierte Kante mit einem Schnitt auf der Innenseite des Rahmens arbeitet, wo diese mit der Füllung verbunden wird; das Füllungsteil, das auf die Profilierung trifft, muss über die Stirnseite des Holzes ausgespannt werden, um die Profilform anzugleichen.
Nase und Feder: Rahmen- und Füllungstüren mit Profilleisten
Nase und Feder ist ein Verbindungsverfahren zum Zusammenbau von Rahmen- und Füllungstüren sowie Wandvertäfelungen, bei dem die Rahmenhölzer und Ständer profiliert sind und die Füllung frei darin sitzt. Die Rahmenhölzer werden mit einem Federprofil geschnitten, einer durchgehenden Profilleiste, die in die innere Kante gefräst oder geformt ist. Wo zwei Rahmenhölzer im rechten Winkel aufeinandertreffen, wird das Stirnholz der horizontalen Schiene so geschnitten, dass es der Kontur der Profilleiste entspricht; dieser Stirnholzschnitt ist die Nase. Die Füllung selbst, üblicherweise aus Massivholz, sitzt ungeleint in einer Nut, die knapp hinter der Feder gefräst ist. So kann sie sich bei Feuchtigkeitsschwankungen bewegen, ohne die Tür zu beschädigen.
Das Federprofil kann von einer einfachen Rundung bis zu aufwendigen Zahnleisten oder Karniesleisten reichen. Der Nasenschnitt muss das Profil der Feder genau abbilden, weshalb die meisten Produktionsbetriebe Hartmetall-Formleistenmesser verwenden, die speziell als Nase-Feder-Paare geschliffen sind. Ein Formleistenkopf schneidet die Feder in die innere Kante des Rahmens; ein separater Nasenmesser, meist mit umgekehrtem Profil, formt die Schienenenden. Nicht passende oder stumpfe Messer erzeugen Fugen in der Verbindung, die Panel zum Klappern bringen und Feuchtigkeit eindringen lassen.
Einsatz in der Praxis
Nase und Feder ist Standard in der Schreinerei und bei Architekturausbau, weil es stabile Holztüren mit sichtbarem Rahmenbild auf allen Seiten erzeugt. Zimmertüren, Schrankfronten, Wandvertäfelungen und Einbauregalanlagen nutzen häufig dieses Verfahren. Die Alternative, die einfachere Nur-Feder-Verbindung, spart Arbeit, hinterlässt aber eine sichtbare Nut auf der Außenseite. Hochwertige Arbeiten und fachgerechte Restaurierungen fordern fast immer echte Nase und Feder.
Häufige Probleme sind Ausrisse am Schienenende beim Nasenschnitt bei figürlichem Holz, was die Leimfuge schwächt und das Panel belastet. Quellung tritt auf, wenn die Holzbewegung durch eine zu enge Nut behindert wird; Panels sollten je nach Breite 3 bis 6 mm Seitenspiel in der Nut haben. Zu flache oder lockere Nasenschnitte verursachen Telegraphieren, wobei die Rahmenfuge bei Panelbewegung als sichtbare Linie auf der gestrichenen Tür durchschlägt.
Der Begriff "Nase" stammt aus dem alten Zimmererhandwerk und bezeichnet das Zuschneiden an eine vorhandene Form; in der Verbindungstechnik beschreibt er das Nachformen eines Profilprofils. "Feder" benennt einfach die Profilleiste selbst. Das Verfahren wird seit dem 18. Jahrhundert verwendet, wurde aber in der Produktionsfertigung erst standardisiert, nachdem Hartmetallmesser und Formleisten im 20. Jahrhundert verbreitet wurden.