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Elektrotechnik

Coulomb-Kraft

Englisch: Coulomb force

Die elektrostatische Kraft zwischen zwei Ladungen, wie durch das Coulomb-Gesetz beschrieben.

Coulomb-Kraft: Anziehung und Abstoßung zwischen geladenen Objekten

Die Coulomb-Kraft ist die elektrostatische Anziehung oder Abstoßung, die entsteht, wenn zwei elektrisch geladene Objekte denselben Raum einnehmen. Im Gegensatz zu mechanischen Kräften, die durch Kontakt wirken, oder zur Gravitation, die aufgrund von Masse über Entfernung wirkt, hängt die Coulomb-Kraft vollständig von der Menge und dem Vorzeichen der elektrischen Ladung ab. Zwei Ladungen gleichen Vorzeichens stoßen sich ab; entgegengesetzte Vorzeichen ziehen sich an. Der Betrag folgt einem umgekehrten Quadratgesetz: Die Kraft sinkt mit dem Quadrat der zunehmenden Entfernung.

Die Kraft zwischen zwei Punktladungen wird durch F = k(qq₂)/r² gegeben, wobei k die Coulomb-Konstante ist (etwa 8,99 × 10⁹ N·m²/C²), q₁ und q₂ die Ladungen in Coulomb sind und r der Trennungsabstand in Metern ist. In der praktischen Arbeit gilt dieses Gesetz gut für Ladungen, die um ein Vielfaches weiter auseinander liegen als ihre physikalische Größe, oder für Kugelleiter, bei denen sich die Ladung gleichmäßig auf der Oberfläche verteilt.

Verhalten in der Praxis und Grenzen

In Luft oder Vakuum wirkt die Coulomb-Kraft ungeschwächt. In leitenden Medien oder in der Nähe von Dielektrika wird die Kraft schwächer, weil die Ladungen des Mediums teilweise abschirmen oder sich als Reaktion auf das Feld polarisieren. Dieser Abschirmeffekt ist wichtig beim Entwurf von Hochspannungsgeräten: Luft bei Atmosphärendruck bricht zusammen und ionisiert, wenn die Feldstärke etwa 3 Millionen Volt pro Meter überschreitet. Daher können Coulomb-Kräfte zwischen geladenen Oberflächen zu elektrischen Entladungen führen, wenn der Abstand unzureichend ist.

Die Coulomb-Kraft ist die Grundlage der Kondensatorwirkung: Die Anziehung zwischen gegensätzlich geladenen Kondensatorplatten speichert elektrische Energie. Sie bestimmt auch das Verhalten von geladenen Teilchen in Elektronenstrahlen, die Abstandsvorgaben in Hochspannungsschaltanlagen und die Selbstabstoßung, die die Ladungsdichte auf Leitern begrenzt. Ingenieure müssen Coulomb-Kräfte berücksichtigen, wenn sie die Spannungen auf Isolationen berechnen, elektrische Durchschläge vorhersagen oder Elektrodensysteme entwerfen.

Der Begriff ehrt Charles-Augustin de Coulomb, einen französischen Physiker des 18. Jahrhunderts. Seine Drehwaagen-Experimente bestätigten die umgekehrte Quadratbeziehung und etablierten die Elektrostatik als quantifizierbares Feld. In der modernen elektrotechnischen Praxis ist die Coulomb-Kraft das primäre Konzept, das Feldtheorie, Sicherheitsmarginen in Schaltungen und die Physik der Leitung und des Durchschlags zugrunde liegt.

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