Kranführerlehrling
Englisch: craneman
Junge, der mit dem Kran Kohlekorbe auf die Loren hebt.
Kranführer: der Arbeiter, der Kohlekörbchen über Tage hievte
Ein Kranführer war ein Bergarbeiter, typischerweise ein Junge oder junger Mann, dessen Aufgabe darin bestand, den Krankran zu bedienen, der gefüllte Förderkörbchen vom Schachtboden an die Oberfläche hoben. Der Kran selbst war eine Holz- oder Eisenkonstruktion, angetrieben durch eine ortsfeste Maschine, gewöhnlich eine Dampfmaschine, die ein Seil oder eine Kette um eine Trommel wickelte. Wenn die Körbe mit dem Förderkorb oben am Schacht ankamen, positionierte der Kranführer jedes Körbchen unter dem Kranhaken, sicherte es und bediente die Steuerung, um es vom Förderkorb hochzuheben und auf die naheliegenden Rollen (kleine Plattformen mit Rädern) zum Transport zu den Kohlelagern oder zur Sieberei zu schwingen.
Die Rolle erforderte Kraft und Koordination, war aber nicht zwingend Facharbeit. Ein Kranführer musste das Gewicht und die Balance eines gefüllten Förderkörbchens verstehen, das typischerweise zwischen 12 und 18 Zentner Kohle fasste, je nach Zeche. Er musste Körbe vor dem Heben gerade positionieren, um zu verhindern, dass sie gefährlich in der Luft schwingen. Er musste auch das Seil oder die Kette ständig auf Schäden oder Faserschäden überprüfen, denn ein Versagen in der Höhe konnte Arbeiter unter sich töten.
Der Titel Kranführer erscheint am häufigsten in Unterlagen aus dem britischen Kohlebergbau zwischen den 1820er Jahren und frühen 1900er Jahren, besonders im Nordosten und in den Midlands. Wo Zechen Hubbalkensysteme nutzten (horizontal auf Schienen laufend), könnte die gleichwertige Rolle Banksman oder Onsetter heißen. Der Kranführer saß am Steuerhebel oder an der Bremsrolle, oft in einer kleinen erhöhten Kabine oder Plattform für bessere Sicht. In größeren Zechen mit mehreren laufenden Förderkorben arbeiteten möglicherweise mehrere Kranführer im Schichtbetrieb.
Die Beschäftigung von Jungen als Kranführer wurde von Zechenbetreibern als notwendige Kostenersparnis gerechtfertigt; man sparte einen vollen Erwachsenenlohn, und die Arbeit erforderte weniger Erfahrung als der Betrieb der Hauptmaschine. Die Gefahr war aber real. Körbe rutschten manchmal während des Hebens ab, und Unachtsamkeit an der Bremse konnte einen plötzlichen Absturz verursachen. Viele Zechenunfälle ereigneten sich auf oder unter der Kranplattform.
Die Rolle des Kranführers nahm nach 1900 stark ab, als Zechen Förderkorb-Winde adoptierten, die Kohle direkt auf oberirdische Siebschächte oder Trichter lieferten und die Notwendigkeit einer separaten Hebephase entfernten. Der Begriff lebt hauptsächlich in historischen Dokumenten und Bergbauaufzeichnungen weiter, wo er eine eigene Jobkategorie kennzeichnet, die im modernen Bergbau nicht mehr existiert.