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Bergbau und Gewinnung

Grube

Englisch: gurt

Eine Rinne oder ein Kanal für Wasser, der in den Boden eines Abbaus eingegraben ist.

Gurt: Entwässerungsrinne in einem Bergbaustollen

Ein Gurt ist eine flache Rinne oder Mulde, die in den Boden eines Bergbaustollens geschlagen wird, um Wasser von der Arbeitsstelle weg und zum Hauptentwässerungssystem der Grube zu leiten. Im Hartgesteinsabbau führt eindringendes Wasser zu Sicherheits- und Betriebsproblemen, daher wurde der Gurt zur Standardausstattung beim Stollenbau, besonders im Kohle- und Erzbergbau, wo die Grundwasserbewirtschaftung entscheidend ist.

Der Gurt wird in der Regel in solidem Gestein am tiefsten Punkt des Stollens gehauen oder gesprengt und folgt dem natürlichen Gefälle zum Ausgang hin. Die Abmessungen variieren je nach Stollenbr eite und zu erwartendem Wasserdurchfluss: ein Gurt kann 15 bis 30 cm tief und 30 bis 60 cm breit sein, wobei größere Stollen proportional größere Kanäle erforderten. Die Rinne wird rau belassen und nicht geglättet, was den Wasserdurchfluss unterstützt, indem verhindert wird, dass Wasser in Becken stehen bleibt und die Fahrbahn aufweicht.

Wasser sammelt sich im Gurt und fließt durch Schwerkraft zu Sammelgruben oder Pumpstationen in tieferen Lagen. Ohne einen Gurt würde sich Wasser an der Arbeitsstelle ansammeln und sumpfige Verhältnisse schaffen, die Holzstempel beschädigen, zum Verfall des Hangendes führen und die Bewegung der Bergleute behindern. In tieferen Gruben mit hohem hydrostatischem Druck ist der Gurt allein nicht ausreichend und muss durch aktive Wasserhaltung ergänzt werden, bleibt aber die erste Stufe der passiven Entwässerung.

Der Begriff stammt aus dem Dialekt Nordenglands und Schottlands, wo 'gurt' oder 'gutter' jeden Kanal oder jede Furche bezeichnet. Der Bergbau übernahm das Wort für diese spezifische Untertageanlage, und es bleibt in der Bergbausterminologie bestehen, obwohl der formaler klingende Begriff 'Entwässerungskanal' nun in modernen Spezifikationen auftaucht. Ältere Grubenakten und geologische Vermessungen beziehen sich häufig auf Gurts bei der Beschreibung von Arbeitsbedingungen und Wasserwirtschaft.

Die Wartung von Gurts ist unkompliziert, aber unverzichtbar: Schlamm, Kohlestaub und Verschmutzungen müssen regelmäßig entfernt werden, um Verstopfung zu verhindern. Ein vernachlässigter Gurt wird zur Gefahr und lässt Wasser aufstauen, das die Arbeitsstelle durchnässt. In aufgelassenen Gruben sind eingestürzte oder verschlammte Gurts oft das erste Zeichen für schlechte Bodenstabilität in alten Stollen.

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