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Luftfahrttechnik

Cricket

Englisch: cricket

Hörbares Warnsignal aus kontinuierlich wiederholten Tönen, das Piloten schwer ignorieren können.

Cricket: der Alarmlaut, den Piloten nicht ignorieren können

Ein Cricket ist ein hochfrequenter, schnell wiederholter Glockenton oder Zwitscherlaut, der während des Flugs aus dem Cockpit ertönt. Der Name stammt von der akustischen Ähnlichkeit mit dem Ruf eines Insekts. Im Gegensatz zu einem durchgehenden Ton oder einer einzelnen Glocke macht der pulsierende Rhythmus des Cricket es neurologisch schwierig für Piloten, ihn zu ignorieren oder sich daran zu gewöhnen, und das ist genau der Grund für seine Existenz. Hersteller bauen Cricket in Warnsysteme absichtlich ein, weil das menschliche Ohr konstante Geräusche natürlicherweise ausfiltert, aber auf rhythmische Unterbrechungen wachsam bleibt.

Der Cricket arbeitet typischerweise bei Frequenzen zwischen 800 Hz und 1200 Hz und wiederholt sich mit etwa 2 bis 4 Impulsen pro Sekunde. Diese Kombination stellt sicher, dass der Schall durch die laute Cockpitumgebung dringt und Motorenlärm sowie Funkverkehr durchschneidet, ohne dass die Lautstärke körperlich unangenehm werden muss. Verschiedene Flugzeugsysteme können leicht unterschiedliche Pulsraten oder Frequenzen nutzen, folgen aber alle demselben Prinzip: das akustische Feld unterbrechen, anstatt es zu füllen.

Wann und warum der Cricket ertönt

Cricket dienen als Warnung für verschiedene Zustände: Höhenverlust, Bodenannäherung, Autopilot-Abschaltung oder Druckverlust, je nach Flugzeugtyp und Avionik-Ausstattung. Ein Cricket, der während des Reiseflugs erklingt, erfordert sofortige Aufmerksamkeit, weil er etwas Abnormales anzeigt. Das System ist sicherheitsgerichtet konstruiert: Falls Stromversorgung oder Signal unterbrochen wird, läuft der Cricket normalerweise weiter, bis er manuell stummgeschaltet wird, um sicherzustellen, dass keine Warnung übersehen wird.

Wartungstechniker prüfen Cricket im Rahmen von Vorfluguntersuchungen, normalerweise durch das Auslösen von Testmodi in der Avionik oder dem Warnsystem. Ein Cricket, der schwach, verzerrt klingt oder gar nicht aktiviert wird, ist ein Eintrag in das Wartungslogbuch, denn Piloten verlassen sich auf seine psychologische Dringlichkeit. Alter und Feuchte können die piezoelektrischen Elemente oder Lautsprechermembranen, die den Schall erzeugen, beschädigen, daher existieren Austauschintervalle in den Wartungshandbüchern.

Der Cricket veranschaulicht, wie industrielle Soundgestaltung ein echtes Menschfaktoren-Problem löst: Redundanz des Alarmtons allein ist nutzlos, wenn das Gehirn lernt, ihn zu ignorieren. Das pulsierende Muster ist ein cleverer Weg, die Gewöhnung zu überwinden, weshalb der Begriff nicht nur in der Luftfahrt anzutreffen ist, sondern auch in einigen Warnsystemen von Seeschiffen und Industrieanlagen.

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