Bestandsaufnahme
Englisch: cruise
Das Inspizieren von Waldland, um die Menge des verfügbaren Holzes zu schätzen.
Bestandsaufnahme: durch den Wald gehen und Holz vermessen, um den Verkaufswert zu bestimmen
In der Forstwirtschaft bedeutet Bestandsaufnahme, durch einen Waldbestand zu gehen und Bäume systematisch zu vermessen, um das Gesamtvolumen und den Wert zu schätzen. Eine Bestandsaufnahme liefert ein detailliertes Inventar von Baumart, Durchmesser, Höhe und Zustand über ein definiertes Gebiet, üblicherweise ausgedrückt in Kubikfuß pro Acre oder Kubikmeter pro Hektar. Diese Schätzung bildet die Grundlage für die Ernteplanung, den Verkauf von Holzrechten oder die Bewertung der Waldgesundheit.
Die Bestandsaufnahme arbeitet mit Stichproben statt mit der Vermessung jedes einzelnen Baums. Ein Förster geht nach einem Rastermuster durch den Bestand und stoppt in festen Abständen, um Bäume innerhalb einer Probefläche zu vermessen, häufig in einem Kreis von etwa 1.000 bis 2.500 Quadratmetern. Der Durchmesser wird in Brusthöhe, etwa 1,3 Meter über dem Boden, mit einem Messzollstock oder einer Schieblehre gemessen. Die Höhe wird mit einem Klinometer geschätzt oder bei kleineren Bäumen direkt gemessen. Diese Stichprobendaten werden dann auf das gesamte Volumen hochgerechnet.
Eine standard Bestandsaufnahme nutzt ein Winkelprismenglas oder einen Winkelspiegel, um zu bestimmen, welche Bäume in die Probefläche fallen, ohne jeden Stamm mit dem Messzollstock zu vermessen. Der Förster hält das Prismenglas von der Mittelpunktstelle der Fläche auf jeden Baum; wenn der Baum scheinbar über die Prismenkante hinaus geneigt ist, wird er gezählt. Die Bäume werden nach Baumart und Durchmesserklasse sortiert, und Mängel werden notiert. Moderne Bestandsaufnahmen nutzen möglicherweise GPS zur Vermessung der Flächenstandorte und Tablets zur Datenerfassung vor Ort.
Volumentabellen rechnen Durchmesser- und Höhenmessungen mittels artspezifischer Gleichungen, die von gefällten Bäumen entwickelt wurden, in Kubikfuß oder Kubikvolumen um. Altholz- und Jungholzbestände erfordern unterschiedliche Tabellen. Die Genauigkeit einer Bestandsaufnahme hängt von der Flächengröße, der Stichprobenintensität und der Geschicklichkeit des Messers ab. Eine Bestandsaufnahme mit dichteren Flächenabständen kostet mehr, liefert aber eine genauere Schätzung.
Der Begriff stammt vom gemächlichen Tempo, das für eine gründliche Holzbestandsprüfung erforderlich ist. Ein Bestandsaufnahmebericht ist ein rechtsgültiges Dokument, das bei Holzverkäufen, Grundstücksbewertungen und nachhaltigen Ernteplanungen verwendet wird. Ungenaue Bestandsaufnahmen führen zu Überzahlungen für Rohholz oder zur Unterschätzung des Holzwerts; viele Holzstreitigkeiten drehen sich um die Frage, ob eine Bestandsaufnahme korrekt durchgeführt wurde.