Brusthöhe
Englisch: breastheight
Die typische Messhöhe über dem Boden auf Höhe der Brust eines Erwachsenen, dient als Referenzhöhe zum Messen von Baumdurchmessern.
Brusthöhe: die standardisierte 1,3-m-Marke zur Messung des Baumdurchmessers
Die Brusthöhe ist der festgelegte vertikale Bezugspunkt in 1,3 Metern Höhe über dem Erdboden, an dem Forstleute den Durchmesser von stehenden Bäumen messen. Diese Höhe entstand als praktische Konvention, die an die menschliche Ergonomie gebunden ist: Sie liegt ungefähr auf der Brusthöhe eines Erwachsenen, der auf ebenem Gelände steht, was es bequem macht, eine Schieblehre oder ein Messbandmaß gegen den Stamm anzulegen. Die Messung an diesem Punkt wird als BHD (Durchmesser in Brusthöhe) bezeichnet und ist die wichtigste Einzeldimension bei der Holzaufnahme, Wuchsmodellierung und Forstinventur.
Der 1,3-Meter-Standard ist in Europa, Nordamerika und Australasien nahezu universell verbreitet, obwohl einige tropische Regionen und ältere russische Forstwirtschaft 1,4 Meter oder andere lokale Konventionen verwendet haben. Einheitlichkeit ist wichtig, da der BHD direkt in Volumentabellen, Ertragsprognosen und Kohlenstoffbilanzen einfließt. Das Nutzvolumen eines Baumes, sein stehender Wert und die Kohlenstoffspeicherung werden alle aus dem BHD zuzüglich Art und Höhe geschätzt. Forstleute, die über verschiedene Jurisdiktionen arbeiten, müssen wissen, welche Brusthöhenkonvention für ihre Daten gilt.
Messung und häufige Probleme
Auf steilen Hängen wird die Brusthöhe senkrecht zur Hanglinie gemessen, nicht vertikal nach oben, sodass die Messbandmarke oder Schieblehre bei 1,3 Metern am Stamm selbst bleibt. Auf unebenem Gelände an der Basis wird die Messung 1,3 Meter hoch an der Bergseite des Baumes vorgenommen. Wölbungen oder Wurzelanschwellungen an der Stammbasis, die bei tropischen Harthölzern häufig vorkommen, können den sinnvollen Messpunkt deutlich über die Brusthöhe hinausschieben, wenn die Wölbung höher reicht. Schneebedeckung, junges Stockausschlagwachstum oder Stammschäden unter 1,3 Metern können Messkolonnen auch dazu zwingen, oberhalb der Standardhöhe zu messen und die Abweichung zu notieren.
BHD ist nicht das Gleiche wie der Durchmesser in Stummelhöhe, den Forstleute manchmal bei der Fällung zur Vergleich der Ausbeute messen. Und es ist auch nicht die Gesamthöhe des Baumes: Die Brusthöhe ist rein ein Durchmesser-Bezugspunkt, unabhängig vom vertikalen Umfang des Baumes. Verwechslungen zwischen diesen Messungen können sich durch die Volumenschätzung fortpflanzen. Ebenso variiert die Rindenstärke zwischen Arten und Alter, und der BHD wird üblicherweise mit Rinde aufgezeichnet, was beim Vergleich von Nadelhölzern (dünnere Rinde) mit Laubhölzern (dickere Rinde) desselben Brusthöhen-Durchmessers relevant ist.
Die digitale Forstwirtschaft stützt sich nun auf den Brusthöhen-Durchmesser als Ankerpunkt für aus LiDAR abgeleitete Schätzungen und drohnengestützte Stammkartierungen. Die Validierung mit Geländedaten beinhaltet fast immer Messkolonnen mit Durchmessermaßstäben bei 1,3 Metern. Der Brusthöhenstandard bleibt daher sowohl für traditionelle Holzaufnahmen als auch für die moderne Waldatenerfassung zentral.