SpracheEnglishDeutsch
Elektrotechnik

CSD

Abkürzung für leitungsvermittelte Datenübertragung.

CSD: Sprachleitung für Datenübertragung, veraltet, aber nicht vergessen

Circuit Switched Data (CSD) ist ein Verfahren zur Übertragung digitaler Informationen über eine Standard-Sprachleitung, bei dem eine dedizierte Verbindung zwischen zwei Modems aufgebaut wird, ähnlich wie bei einem Sprachanruf. Das anrufende Modem wählt das empfangende Modem; wenn die Verbindung erfolgreich hergestellt wird, handeln die beiden Geräte eine Datenrate aus und unterhalten einen exklusiven Kanal für die Dauer der Sitzung. Wenn die Verbindung beendet wird, wird die Schaltung freigegeben. Dies unterscheidet sich von der paketgesteuerten Datenübertragung, bei der Informationen in Pakete aufgeteilt, unabhängig weitergeleitet und die gleiche physische Leitung mit dem Datenverkehr anderer Benutzer teilen können.

CSD war in den 1990er und frühen 2000er Jahren weit verbreitet, besonders in Mobilfunknetzen, wo es die einzig praktische Methode war, dass Telefone E-Mails abrufen und Dateien über Mobilfunkverbindungen herunterladen konnten. Die Datenraten waren nach heutigen Maßstäben bescheiden und lagen bei frühen 2G-Mobilfunksystemen typischerweise zwischen 9,6 Kilobit pro Sekunde und 14,4 Kilobit pro Sekunde, später erreichten ISDN-Implementierungen aber 64 Kilobit pro Sekunde oder mehr. Jede aktive CSD-Sitzung beanspruchte einen vollständigen Mobilfunkkanal, was eine erhebliche Belastung für die Netzwerkkapazität darstellte.

Warum es wichtig war und warum es verschwand

CSD erforderte keine spezielle Infrastruktur über die Standard-Telefonsignalisierung und Schaltsysteme hinaus, die bereits vorhanden waren. Ein Unternehmen mit Einwahlinternet konnte seine Modems über die gleiche Telefonvermittlung leiten, die es für Sprachanrufe nutzte. Diese Einfachheit machte CSD attraktiv, wenn Alternativen wie Mietleitungen teuer waren und Paketfunknetze kaum existierten. Für Mobilfunkbetreiber war CSD die natürliche Erweiterung ihrer bestehenden leitungsvermittelten Spracharchitektur, bevor GPRS und später andere Technologien echtes Paketschalten in Mobilfunknetzen einführten.

Die Technologie verschwand nach 2005 rasant, als Mobilfunknetze GPRS, EDGE und schließlich 3G einführten, die alle höhere Geschwindigkeiten, bessere Effizienz und Immer-an-Datenverbindungen boten. CSD hielt sich am längsten in industriellen Telemetrie- und Fahrzeuganwendungen, wo Zuverlässigkeit und Kompatibilität mit älteren Systemen wichtiger waren als Geschwindigkeit. Heute ist es in neuen Systemen funktionell obsolet, wobei ältere eingebettete Systeme und Ferngeräte aber möglicherweise immer noch darauf angewiesen sind.

Der Begriff Leitungsvermittelung ist präzise: Eine Schaltung wird reserviert, in der Vermittlung eingebunden und bis zum Ende des Anrufs gehalten. Dies unterscheidet sich deutlich vom Paketmodell, das moderne Netze dominiert, bei dem die gleiche physische Infrastruktur tausende unabhängiger Datenströme gleichzeitig übertragen kann. Das Verständnis von CSD erklärt, warum sich Mobilfunkdaten in den frühen 2000er Jahren wie ein Telefonanruf anfühlten, und warum der Wechsel zu paketgesteuerten Architekturen eine so grundlegende Veränderung in der Netzwerkoperation darstellte.

Mehr aus Electrical engineering

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.