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Elektrotechnik

Netphone

Englisch: netphone

Telefon, das sich über das Internet verbindet.

Netphone: Sprachkommunikation über Paketnetze

Ein Netphone ist ein Telefonhörer oder eine Softwareanwendung, die Sprache in digitale Pakete umwandelt und über ein IP-Netz statt über das öffentliche Telefonnetz überträgt. Das Gerät oder die Anwendung verwaltet die Audio-Codec-Kompression, das Real-Time-Transmission-Protocol und das Netzwerk-Routing, um Sprachdaten an einen kompatiblen Endpunkt zu liefern. Frühe Netphones waren eigenständige Hardwaregeräte, die konventionellen Telefonen ähnelten; moderne Implementierungen sind hauptsächlich Softwareklienten, die auf Computern oder mobilen Geräten laufen.

Die grundlegende technische Anforderung ist Voice-over-Internet-Protocol (VoIP)-Fähigkeit. Das Netphone tastet Audio mit Raten zwischen typischerweise 8 kHz und 48 kHz ab, komprimiert es mit Codecs wie G.711, G.729 oder Opus und packetiert die komprimierten Daten mit geeigneten Headerinformationen in UDP- oder TCP-Pakete. Diese Pakete werden dann über jedes IP-Netz übertragen: über ein lokales Netz, ein privates Netz oder das öffentliche Internet. Der Empfang funktioniert umgekehrt; eingehende Pakete werden dekomprimiert und über den Hörer oder die Lautsprecher wiedergegeben.

Netphones benötigen entweder eine stabile Breitbandverbindung (DSL, Kabel, Glasfaser) für Hardwaregeräte oder Internetzugang für Softwareklienten. Die Dienstgüte hängt stark von den Netzwerkbedingungen ab: Paketverlustverluste über 1 bis 2 Prozent werden als Ausfälle hörbar, und Latenzen über 150 Millisekunden verschlechtern die Gesprächsqualität deutlich. Jitter-Buffer kompensieren variable Paketankunftszeiten, können aber die grundlegende Einschränkung nicht beseitigen, dass Paketnetze variable Verzögerung verursachen.

Varianten und Einsatz

Hardware-Netphones verbinden sich über Ethernet oder Wi-Fi mit einem Netz und erfordern typischerweise eine Registrierung bei einem SIP-Server (Session Initiation Protocol) oder einem proprietären Call-Management-System. Software-basierte Netphones wie Skype oder Zoom integrieren Codecs und Netzwerkverarbeitung in Anwendungen für allgemeine Zwecke. Enterprise-Deployments betten VoIP-Fähigkeit oft in Private-Branch-Exchanges oder Unified-Communications-Plattformen ein, anstatt eigenständige Netphones zu nutzen. Consumer-VoIP-Dienste von Anbietern mit Netphone-Technologie berechnen typischerweise niedrigere Kosten pro Minute als traditionelle Ferngespräche, besonders für internationale Anrufe, weil das Routing von Sprache als Datenpakete günstiger ist als die Bereitstellung von vermittelten Trunk-Leitungen.

Der Begriff Netphone wurde in den 1990er Jahren gebräuchlich, als die Internetbandbreite für Echtzeitsprache ausreichend wurde. Der Name beschreibt direkt den Mechanismus: ein Telefon, das über das Netz funktioniert. Er unterscheidet das Gerät von konventionellen Telefonen und von späteren mobilen VoIP-Anwendungen, die keinen dedizierten Hörer erfordern. Zuverlässigkeit, Echounterdrückung und Notrufe bleiben operative Herausforderungen beim Netphone-Einsatz, besonders wenn Netze überlastet sind oder wenn der Dienst von Consumer-Grade-Internetverbindungen abhängt.

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