SpracheEnglishDeutsch
Landtechnik

Kultigen

Englisch: cultigen

Eine Pflanze, die durch menschliche Eingriffe gezielt verändert oder ausgewählt wurde, also durch künstliche statt natürliche Selektion entstanden ist.

Kultigen: eine Pflanze, die vollständig von Menschenhand geprägt ist

Ein Kultigen ist eine Pflanzenart oder -sorte, die es nur gibt, weil Menschen sie über Generationen hinweg gezielt gezüchtet, ausgewählt oder verändert haben. Anders als Wildpflanzen, die sich durch natürliche Auslese entwickelt haben, sind Kultigen auf menschliche Kultivierung angewiesen, um zu überleben und sich fortzupflanzen. Die meisten Nutzpflanzen, mit denen du in der Landwirtschaft arbeitest, sind Kultigen: Weizen, Mais, Tomate, Kartoffel, Reis. Sie wurden so stark von ihren wilden Vorfahren verändert, dass sie sich oft ohne menschliches Zutun nicht vermehren oder behaupten können.

Die Unterscheidung ist praktisch wichtig, weil sich Kultigen anders verhalten als Wildpflanzen. Eine Kultigen-Weizensorte wurde auf größere Ährchen und kürzere Halme gezüchtet, Eigenschaften, die mechanische Ernte effizient machen, aber in der Natur nachteilig wären. Kultigen-Kartoffeln wurden auf einheitliche Knollengröße und Stärkegehalt selektiert; die Wildart, von der sie abstammen, hat kleinere, variablere Knollen und enthält natürliche Giftstoffe, die aus dem Kultigen herausgezüchtet wurden. Diese Eigenschaften existieren nur, weil ein Landwirt oder Züchter sie wollte und durch kontrollierte Fortpflanzung erhielt.

Wie sich Kultigen von wilden Verwandten unterscheiden

Kultigen zeigen oft eine geringere genetische Vielfalt als ihre wilden Vorfahren. Ein Kultigen wird häufig als reine Linie oder eng verknüpfte Hybride erhalten, was es anfällig für Krankheiten, Schädlingsdruck oder Umweltbelastungen machen kann, denen der Wildvorfahr widerstünde. Züchter gleichen dies aus, indem sie Sorten wechseln, Inputs sorgfältig steuern und manchmal gezielt Kultigen mit wilden oder halbwilden Verwandten kreuzen, um verlorene Eigenschaften wie Krankheitsresistenz zurückzugewinnen. Deshalb lagern Saatgutbanken neben den kultivierten Sorten, die du tatsächlich nutzt, auch wilde Pflanzengermplasma.

Der Begriff Kultigen stammt vom Lateinischen ab, von cultus (kultiviert) plus dem Suffix -gen (Ursprung oder Art). Er wird vor allem in der Agrarwissenschaft, Pflanzenzüchtung und Taxonomie verwendet. Wenn du das Wort in einem Samenkatalog oder einer Züchtungspublikation siehst, signalisiert es, dass du es mit einer vom Menschen geschaffenen Sorte zu tun hast, nicht mit etwas, das in der Natur entstanden ist. Das Verständnis dieser Unterscheidung erklärt, warum Kultigen bestimmte Boden-, Wasser-, Dünger- oder Schädlingsmanagementanforderungen haben: Sie wurden nie durch natürliche Auslese auf die Probe gestellt, wie es bei Wildpflanzen der Fall ist.

Mehr aus Agricultural equipment

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.