Kupfertitan
Englisch: cuprotitanium
Legierung aus Kupfer und Titan, hergestellt durch Reduktion eines Gemisches aus Kupfer und Rutil.
Cuprotitanium: Kupfer-Titan-Legierung aus Rutil-Erz
Cuprotitanium ist eine binäre Kupfer-Titan-Legierung, die durch karboothermische Reduktion eines Gemisches aus Kupferoxid (oder Kupfermetall) und Rutil (Titandioxid) hergestellt wird. Das Verfahren ergibt eine Mutterlegierung mit einem Titangehalt von typischerweise 5% bis 15% Gewichtsprozent, abhängig von der Erzzusammensetzung und den Reduktionsparametern. Die Legierung wird in erster Linie als Zusatzstoff zur Kornverfeinerung und Verfestigung in kupfergestützten Systemen geschätzt, weniger als Knetlegierung für sich allein.
Der Herstellungsprozess umfasst das Mischen von Rutilkonzentrat mit Kupferschrott oder Kupferoxid, das anschließende Beschicken in einen Lichtbogenofen oder Induktionsofen, wo Kohlenstoff (normalerweise als Koks oder Grafit) als Reduktionsmittel fungiert. Die Reduktion erfolgt bei Temperaturen über 1600 Grad Celsius. Titan wird bevorzugt reduziert und bildet Ti-Cu-intermetallische Phasen. Die flüssige Legierung wird in Blöcke oder kleine Stücke gegossen und anschließend zerkleinert oder granuliert für die Verwendung als Impfstoff in der Gießereipraxis und Kupfermetallurgie.
In Nichteisenmetallgießereien bieten Cuprotitanium-Zusätze zum geschmolzenen Kupfer oder zu Kupferlegierungen mehrere Vorteile: Titandioxid-Partikel (TiO2) wirken als heterogene Keimbildungsstellen, verfeinern die Kornstruktur und verringern Seigerungen; die Legierung erhöht auch die Rekristallisationstemperatur und verbessert die mechanischen Eigenschaften des Gusses. Typische Zusätze liegen zwischen 0,2% und 2% des Chargengusses. Die Legierung wird auch zur Desoxidation von Kupferschmelzen verwendet, da Titan eine starke Affinität zu Sauerstoff und Schwefel hat.
Handhabung und Grenzen
Cuprotitanium ist in feiner Pulverform pyrophor und erfordert sorgfältige Lagerung und Handhabung, um Oxidation und Selbstentzündung zu vermeiden. Das Material muss trocken gelagert und vor Feuchte geschützt werden, da Titan leicht mit Wasser bei erhöhten Temperaturen reagiert. Lieferanten versenden es typischerweise als kleine Körnchen oder zerkleinerte Stücke statt als Pulver. Die Kosten sind höher als für reines Kupfer oder Titan einzeln, da die Legierung hergestellt werden muss; dies ist nur gerechtfertigt, wenn ihre kombinierten Vorteile für die Schmelzenqualität und Endeigenschaften die zusätzlichen Kosten überwiegen.
Die Legierung nimmt eine mittlere Position zwischen Titanschrott (teuer, schwer zu schmelzen) und reinen Kupferzusätzen (weniger wirksam bei der Kornverfeinerung) ein. Bei der Herstellung von Bronze und Messing wird Cuprotitanium manchmal Titanschwamm oder Titanpulver vorgezogen, da seine Kupfermatrix Benetzbarkeit sichert und Seigerungen im Guss vermindert. Der Begriff beschreibt seine Zusammensetzung unmittelbar: ein Material, das grundlegend Kupfer und Titan zugleich ist, nicht durch ausgefeilte Legierungschemie, sondern durch praktische Reduktionsmetallurgie entstanden.