SpracheEnglishDeutsch
Metallurgie

fädrig

Englisch: reedy

adjectiveMetallurgie

Unvollkommen zusammengeschweißt in Stäbchenmassen.

Fasrig: Metall, das kaum zusammenhält

In der Metallurgie beschreibt fasrig Guss- oder Walzmetall, das in ein Bündel dünner stab- oder faserartiger Stücke zerbrochen ist, die nur schwach oder gar nicht zusammenhängen. Der Bruch verläuft in der Regel längs durch das Material und nicht quer hindurch, wodurch eine Anordnung paralleler Fasern oder Schilfstängel entsteht. Dieser Zustand tritt üblicherweise in Blöcken oder Vorblöcken nach der Erstarrung auf, besonders bei Stahl, der zu schnell abgekühlt wurde oder unter schlechten Gießbedingungen entstanden ist.

Ein faseriger Block zeigt diese ausgeprägten Längsspalten beim Schlagen oder Biegen, wobei die Stücke noch mechanisch miteinander verzahnt sind, aber keine echte metallurgische Verbindung haben. Der Fehler wird in den ersten Phasen des Walzens oder Schmiedens deutlich, wenn die Stücke unter Beanspruchung vollständig auseinander fallen. Die historische Eisen- und Stahlproduktion kannte diesen Fehler regelmäßig bei schlecht kontrollierten Gießpraktiken, wenn ungleichmäßiges Abkühlen oder Restspannungen in der Blockform die Bedingungen für faseriges Versagen schufen.

Fasrige Verhältnisse entstehen durch schnelle Oberflächenabkühlung in Kombination mit langsamerer Kernabkühlung, was Spannungen aufbaut, die das beinahe erstarrte Metall auseinander reißen, bevor es vollständig verschmolzen ist. Segregation von Verunreinigungen entlang von Korngrenzen kann diesen Effekt verschärfen. Die Vermeidung hängt von kontrollierten Abkühlgeschwindigkeiten, angemessenem Blockformdesign und manchmal von Warm-Oberflächen-Gießen oder exothermen Abdeckungen ab, um einen gleichmäßigeren Temperaturgradienten zu halten. Fasriges Material kann nach seiner Entstehung nicht saniert werden, daher ist eine frühzeitige Erkennung im Blockstadium entscheidend, um Verschwendung von Zeit beim Walzen oder Schmieden zu vermeiden.

Der Begriff selbst, entlehnt vom Aussehen von Schilf in einem Bündel, fand Eingang in die metallurgische Fachsprache, um dieses besondere Bruchmuster zu beschreiben. Er ist heute noch in Gebrauch, trotz Fortschritten in der Gießtechnik, hauptsächlich weil Gießereien in Sonderfällen noch auf diesen Fehler treffen: ungewöhnliche Stahlsorten, übergroße Blöcke oder Werksbedingun­gen, bei denen die Temperaturkontrolle beeinträchtigt wurde. Modernes Stranggießen hat das Problem für die konventionelle Produktion weitgehend beseitigt, aber das Blockgießen für große Schmiedestücke oder Speziallegierungen trägt immer noch ein Risiko dafür.

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