Curbstoner
Englisch: curbstoner
Freiberuflicher Gebrauchtwagenhändler, der Angebote inseriert und sich mit Interessenten an einer Bordsteinkante trifft.
Curbstoner: der unlizenzierte Gebrauchtwagenhändler am Straßenrand
Ein Curbstoner ist eine Person, die Gebrauchtwagen auf Auktionen oder von Privatpersonen kauft und dann ohne Händlerlizenz weiterverkauft. Die Geschäfte spielen sich am Rande des Autohandels ab: Der Verkäufer inseriert den Wagen online oder in Print, trifft den Käufer an einer Straßenadresse (oft am Straßenrand oder auf einem leeren Platz) und wickelt das Geschäft als Privatverkauf ab, wobei er die Gewinnspanne einstreicht. Curbstoner arbeiten außerhalb des Regelwerks, das für zugelassene Händler gilt. Das bedeutet: keine Gewährleistungspflichten, keine Anforderungen zur Titelprüfung und keine Verbraucherschutzgarantien.
Die Rechnung ist einfach. Ein Curbstoner kauft eine Limousine von 2010 auf einer Auktion für 4.500 Euro, investiert ein paar hundert Euro in Detailing und kleine Reparaturen und inseriert sie dann für 6.200 Euro. Der Käufer geht davon aus, dass er mit dem Originalbesitzer zu tun hat. Der Verkäufer ist nach dem Verkauf weg. Dieses Modell skaliert; manche Curbstoner bewegen zehn bis fünfzehn Fahrzeuge pro Monat. Der Begriff stammt aus der Street-Level-Autoverkaufskultur, wo der Straßenrand buchstäblich der Ort der Transaktion war.
Curbstoning ist in den meisten Rechtsordnungen technisch illegal. Die Kraftfahrtbehörden der Bundesländer verbieten unlizenzierte Händler, mehr als eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen pro Jahr zu verkaufen, typischerweise drei bis fünf. Die Absicht ist es, Betrug zu verhindern und Verbraucher zu schützen. Allerdings ist die Durchsetzung schwach, weil Transaktionen oft wie Privatverkäufe aussehen und bis der Käufer einen großen Mangel oder ein Titelprobleme entdeckt, ist der Verkäufer längst weg.
Betrug und Titelrisiken
Die echte Gefahr für den Käufer ist nicht immer sichtbar. Ein Curbstoner kann ein Fahrzeug mit eingetragenem oder Unfallschaden-Titel ohne Offenlegung verkaufen, eines das durch Hochwasser beschädigt wurde, oder eines mit einer nicht gelöschten Eintragung. Manche Curbstoner betreiben Titelwäsche-Schemata und bewegen Fahrzeuge über Ländergrenzen hinweg, um deren Geschichte zu verschleiern. Der Käufer unterschreibt das Titelformular am Straßenrand und erfährt später, dass er das Fahrzeug nicht anmelden kann oder für eine Schuld haftet. Curbstoner arbeiten auch mit reinen Barzahlungen und gefälschten oder veränderten Dokumenten.
Der Begriff steht am Schnittpunkt von Autohandel, Straßenhandel und behördlicher Verletzung. Zugelassene Händler konkurrieren gegen Curbstoner, können aber nicht mit den Preisen mithalten; Händler müssen Betriebsstätten, Personal, Versicherungen und Rücklagen für Gewährleistungsansprüche unterhalten. Für einen Händler ist ein Curbstoner ein Betrüger. Für Behörden sind Curbstoner Ziele für Compliance-Überprüfungen. Für einen knappen Käufer ist ein Curbstoner manchmal die einzige zugängliche Quelle für Transportmittel, was genau der Grund ist, warum die Praxis trotz der rechtlichen und finanziellen Risiken anhält.