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Elektrotechnik

DCH

Abkürzung für Dedicated Channel (dedizierter Kanal) im UMTS.

DCH: Das Arbeitstier von UMTS-Datenverbindungen

Ein Dedicated Channel ist eine Funkressource in UMTS-Netzen (Universal Mobile Telecommunications System), die ausschließlich einem einzelnen Benutzer für die Dauer einer Verbindung zugeordnet wird. Im Gegensatz zu gemeinsamen Kanälen, die Datenverkehr von vielen Benutzern multiplexen, reserviert ein DCH sowohl Uplink- als auch Downlink-Kapazität in der Zelle und garantiert Bandbreite und Latenzmerkmale für die Dauer des Anrufs oder der Datensitzung.

Der DCH arbeitet auf der Schicht 1 und trägt Nutzdaten, Signalisierung oder beides. Der Kanal belegt einen bestimmten Code in der CDMA-Hierarchie und wird über die gesamte Verbindungsdauer aufrechterhalten. Typische Datenraten reichen von 64 kbit/s bis 2 Mbit/s, wobei höhere Raten durch Multi-Code-Betrieb möglich sind, bei dem ein einzelner Benutzer mehrere Spreizcodes parallel nutzt, um den Durchsatz zu erhöhen.

Der DCH wird nach dem Verbindungsaufbau durch die Radio Resource Control-Schicht aufgebaut und kann während einer aktiven Sitzung geändert werden, wenn sich die Bandbreiteanforderungen ändern. Dies unterscheidet sich grundlegend von Shared Channels (DSCH, FACH), die mehreren Benutzern ermöglichen, dieselbe physikalische Ressource durch Zeit- oder Code-Division-Multiplexing zu teilen. Der Kompromiss betrifft die Effizienz: DCH garantiert Qualität auf Kosten einer geringeren spektralen Auslastung bei schwachem Datenaufkommen.

Varianten und Messung

Ein DCH ist durch seine Konfiguration definiert: Code-Zuweisung, Spreizfaktor, Sendeleistung und ob er Daten, Signalisierungsinformationen oder beides trägt. Die Messung eines DCH umfasst die empfangene Signal-Code-Leistung (RSCP) und das Signal-Interferenz-Verhältnis (SIR), die bestimmen, ob die Verbindung noch funktionsfähig ist. Wenn das SIR unter den Zielwert fällt, erhöht die Leistungsregelung die Sendeleistung, oder die Basisstation leitet einen Handover oder Soft Handoff zu benachbarten Zellen ein.

DCH-Ressourcen sind in einem bestimmten Sektor begrenzt. Wenn die gesamte DCH-Kapazität erschöpft ist, können neue Verbindungsanfragen abgelehnt oder in eine Warteschlange eingereiht werden, weshalb die DCH-Zulassungskontrolle für die Netzwerkplanung entscheidend ist. Diese Einschränkung ist einer der Gründe, warum moderne Netze zu HSPA und später zu LTE übergegangen sind, die sich stärker auf gemeinsame Kanalressourcen und Paketplanung statt auf schaltkreisähnliche dedizierte Zuordnungen verlassen.

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