DDD
Abkürzung für Direct Distance Dialing (Direktwahl), ein von Netzbetreibern angebotener Service, der Ferngespräche ohne Vermittlung ermöglicht.
DDD: Ferngespräche ohne Vermittlung
Direct Distance Dialing ist ein Telefonnetzservice, der es dem Anrufer ermöglicht, eine Telefonnummer in einem anderen Vorwahl- oder Regionalbereich zu wählen, ohne den Anruf durch eine Vermittlung zu leiten. Der Anrufer wählt eine Vorwahl (typischerweise 1 in Nordamerika), die Vorwahlnummer und dann die lokale Nummer; die Vermittlungstechnik leitet den Anruf automatisch zum Ziel. DDD machte vermittelte Ferngespräche überflüssig, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Standardmethode für Anrufe außerhalb des eigenen Bereichs waren.
DDD setzt auf automatisierte Vermittlungsinfrastruktur auf, insbesondere auf elektronische Vermittlungssysteme, die gewählte Ziffern interpretieren und Anrufe nach Nummerierungsplänen leiten können. Der North American Numbering Plan, 1947 etabliert, aber ab den 1950er Jahren mit DDD-Fähigkeit umgesetzt, ordnete dreistellige Vorwahlnummern geografischen Regionen zu. Wenn ein Benutzer 1 plus eine Vorwahlnummer wählt, erkennt die Vermittlungsausrüstung das Ziel und wählt einen Ferngespräch-Trunk aus, um den Anruf in diese Region zu leiten, wo die lokale Vermittlung dann die Verbindung herstellt.
Varianten und Implementierung
In verschiedenen Ländern funktioniert DDD unter unterschiedlichen Protokollen. Manche Systeme erfordern die Vorwahl 1, andere verwenden unterschiedliche internationale Zugriffscodes. Der Service-Tarif bestimmt, welche Anrufe ein Teilnehmer tätigen kann: manche Pläne beschränken Anrufe auf bestimmte Vorwahlbereiche oder berechnen Zuschläge für bestimmte Regionen. Ausrüstung auf Seite des Anrufers (Telefon oder Vermittlung) und im gesamten Netz des Betreibers muss Ton- oder Impulswahl unterstützen, um die vollständige Nummernfolge zu den entfernten Vermittlungen zu übertragen.
Die praktische Auswirkung von DDD war die Verlagerung von Anrufleitsystem-Entscheidungen von menschlichen Vermittlern auf Maschinen, was Arbeitskosten senkte und Verzögerungen durch Vermittler-Verfügbarkeit beseitigte. Auch die Abrechnung wurde automatisiert: Das System protokolliert Ursprung, Ziel, Dauer und Tageszeit des Anrufs und ermöglicht entfernungsbasierte Gebührenberechnungen. Vor DDD dokumentierten Vermittler diese Angaben manuell und berechneten die Gebühren.
DDD ist heute in entwickelten Telefonnetzten so verbreitet, dass der Begriff selbst weitgehend historisch ist. Moderne Digital- und Mobilfunksysteme handhaben Ferngespräche so transparent wie lokale Anrufe, aber das grundlegende Prinzip, dass die vom Kunden gewählte Eingabe direkt das Routing bestimmt ohne menschliche Einmischung, bleibt das definierende Merkmal, das DDD einführte.