STD
Abkürzung für Subscriber Trunk Dialling oder Subscriber Toll Dialing; Selbstwahlferndienst.
STD: Wenn Kunden Ferngespräche selbst wählten
STD steht für Subscriber Trunk Dialling (oder Subscriber Toll Dialling in amerikanischer Bezeichnung), ein Telefon-Vermittlungssystem, das es Kunden ermöglichte, Ferngespräche direkt ohne Vermittlungsassistentin zu führen. Vor STD, das in den 1960er und 1970er Jahren Standard wurde, erforderten Ferngespräche eine manuelle Verbindung der Schaltkreise zwischen Vermittlungsstellen durch eine Operatorin, ein arbeitsintensiver Prozess, der zu Verzögerungen und Fehlern führte. STD-Automation beseitigte diesen Engpass, indem sie der Vermittlungstechnik selbst die Intelligenz gab, Anrufe anhand der vom Anrufer gewählten Ziffern zu leiten.
Die technische Grundlage von STD war die Strowger-Schaltanlage oder ähnliche elektromechanische Vermittlungsstellen, kombiniert mit einem standardisierten Nummerierungsplan. Ein Anrufer, der eine Fernwahl wählte, sendete Pulse (bei Wählscheibentelefonen) oder Töne (bei späteren Systemen), die jeder Ziffer entsprachen. Die Vermittlung interpretierte diese Signale und schaltete automatisch durch Selektoren und Verbinder, um einen Weg durch das Fernleitungsnetz herzustellen. Frühe STD-Netze betrieben sich über dedizierte Fernleitungen, die größere Vermittlungsstellen in einer Region oder einem Land direkt verbanden.
Die STD-Einführung verlief nicht einheitlich. Das Vereinigte Königreich erreichte landesweite STD-Abdeckung in den frühen 1970er Jahren; die Vereinigten Staaten hatten einen fragmentierteren Rollout, weil das Bell System und unabhängige Telefongesellschaften nach unterschiedlichen Zeitplänen arbeiteten. Netzbetreiber mussten Nummerierungsschemata abstimmen, um zuverlässiges Routing über Vermittlungsgrenzen hinweg zu gewährleisten. Unvollständige oder falsche Wahlen führten zu stillen Ausfällen oder wurden in die falsche Richtung geleitet, weshalb während des Übergangszeitraums Rückrufsysteme und Operatorin-Ausweichrouten erforderlich waren.
Der Name spiegelt die Rolle des Nutzers wider: Der Subscriber (Kunde) übernahm nun die Funktion des Wählens, die früher eine Fernleitungsoperatorin kontrollierte. Der Begriff "Trunk" bezeichnete die Fernleitungen zwischen Vermittlungsstellen, die Massenbelegungen trugen, getrennt von lokalen Verteilungsleitungen. STD wurde ab den 1980er Jahren allmählich durch digitale Vermittlung verdrängt, die die physikalische Schrittbewegung von Selektoren überflüssig machte und sie durch softwaregestützte Weiterleitung ersetzte. Das Konzept, dass der Subscriber direkt wählen durfte, ohne eine Operatorin zu benötigen, blieb jedoch das Merkmal moderner Telefonnetze.