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Optik und Bildgebung

Dekollimation

Englisch: decollimation

Ein Vorgang, bei dem Lichtstrahlen von der Parallelität divergieren oder konvergieren.

Dekollimation: wenn paralleles Licht aufhört, parallel zu sein

Dekollimation ist die absichtliche oder unbeabsichtigte Abweichung eines parallelen Lichtstrahls von seinem parallelen Zustand. Bei kollimiertem Licht verlaufen die Strahlen parallel zueinander; Dekollimation führt entweder zu Konvergenz (Strahlen biegen sich aufeinander zu, auf einen Fokuspunkt hin) oder zu Divergenz (Strahlen spreizen sich auseinander). Dies geschieht, wenn Licht optische Elemente wie Linsen, Prismen oder Spiegel durchquert, oder wenn der Strahl auf optische Fehler, Fehlausrichtung oder absichtliche Fokussierapparate trifft.

Der Begriff ist wichtig, weil viele optische Systeme davon abhängen, die Kollimation über eine Arbeitsstrecke hinweg beizubehalten. Ein Laserstrahl, der in der Präzisions-Metrologie verwendet wird, muss beispielsweise innerhalb enger Toleranzen kollimiert bleiben. Tritt Dekollimation auf, sei es weil eine Linse im Strahlengang verschoben ist oder weil atmosphärische Turbulenz das Licht streut, spreitet sich der Strahl auf und die Leistungsdichte sinkt. In der Mikroskopie und Teleskopie ist Dekollimation durch ein Fokussierelement notwendig und geplant; in Vermessungs- oder Ausrichtsanwendungen ist sie ein Fehler, den man diagnostizieren und korrigieren muss.

Konvergente Dekollimation nutzt eine positive Linse oder einen gekrümmten Spiegel, um parallele Strahlen auf einen Fokus zu bringen. Divergente Dekollimation nutzt eine negative Linse oder einen konvexen Spiegel, um parallele Strahlen nach außen zu spreizen. Das Ausmaß und der Charakter der Dekollimation hängen von der optischen Leistung des Elements und seinem Abstand zum kollimiert Strahl ab. Ein Element mit hoher Brechkraft erzeugt über eine kürzere Strecke stärkere Konvergenz oder Divergenz.

Quellen für unerwünschte Dekollimation sind thermische Drift (Materialien dehnen sich aus oder ziehen sich zusammen, wodurch Linsen und Spiegel verschoben werden), mechanische Vibration, Verschmutzung oder Beschädigung von optischen Oberflächen (die Licht in zufällige Richtungen streuen) und Ausrichtungsfehler während Montage oder Wartung. In fasergebundenen Systemen führt ein schlecht ausgerichteter Kollimaor am Faserausgang zu Dekollimation, die die Strahlqualität und Effizienz nachgelagert reduziert. Die Überwachung des Strahlprofils und des Divergenzwinkels hilft, diese Fehler frühzeitig zu erkennen.

Das Wort selbst stammt vom Präfix de-, das rückgängig machen oder umkehren bedeutet, und Kollimation, dem Zustand der parallelen Ausrichtung. Es ist in erster Linie ein Fachbegriff in Optik, Photonik und Präzisionstechnik; weniger gebräuchlich in rein mechanischen Gewerken. Das Verständnis von Dekollimation ist grundlegend für die Gestaltung stabiler optischer Systeme und die Diagnose von Leistungsverlusten in Laser-, Abbildungs- und Ausrichtungsgeräten.

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