Schärfentiefe
Englisch: focal depth
Der Bildbereich einer Kamera, der scharf abgebildet wird.
Schärfentiefe: wie viel Abstand in deinem Bild scharf bleibt
Schärfentiefe ist der Bereich vor einer Kamera oder einem optischen Gerät, in dem Objekte noch ausreichend scharf erscheinen. Es ist keine einzelne Ebene, sondern eine Zone, die sich vor und hinter dem Punkt der größten Schärfe erstreckt. Diese Zone wird auch Tiefenschärfe genannt, und beide Begriffe werden in der optischen Arbeit meist gleichbedeutend verwendet. Schärfentiefe betont dabei eher die Messung der tatsächlichen Entfernungsstrecke als das Konzept des Sichtfeldes.
Schärfentiefe wird von drei Faktoren bestimmt: Blendengröße, Brennweite des Objektivs und der Abstand vom Objektiv zum fokussierten Objekt. Eine kleinere Blende (höhere Blendenzahl wie f/16) erzeugt größere Schärfentiefe; eine größere Blende (niedrigere Blendenzahl wie f/2,8) erzeugt geringere Schärfentiefe. Längere Brennweiten reduzieren bei konstanter Blende ebenfalls die Schärfentiefe. Kurze Fokussierdistanzen verringern die Schärfentiefe dramatisch, während entfernte Objekte auch bei offener Blende tiefe Schärfentiefe ermöglichen.
In der Präzisionsarbeit ist Schärfentiefe kritisch. Makrofotografie bei 1:1-Vergrößerung kann Schärfentiefe von nur wenigen Millimetern oder weniger haben und erfordert Blendung auf f/22 oder kleiner, um ausreichende Schärfe über ein kleines Objekt zu halten. Landschaftsfotografie hingegen benötigt oft Schärfentiefe im Bereich von Metern oder Zehnermetern, erreichbar bei moderaten Blenden wie f/8 oder f/11. Industrielle Inspektionskameras, Mikroskope und Koordinatenmessmaschinen erfordern alle sorgfältige Verwaltung der Schärfentiefe, um feine Details über den erforderlichen Arbeitsbereich zu erfassen.
Wenn Schärfentiefe zu gering ist, fallen kritische Details aus dem Fokus. Ein Qualitätskontrolleur, der ein Gewinde prüft, kann feststellen, dass die Gewindegründe scharf sind, während die Gewindekuppen verschwommen sind. Umgekehrt signalisiert zu große Schärfentiefe oft untergenutzte Auflösung, da das Objektiv stärker abgeblendet ist als nötig. Dies kostet Licht und kann Beugungsunschärfe einführen, wodurch die tatsächliche Schärfe reduziert wird, die das System bei offenerer Blende liefern könnte.
Der Begriff Schärfentiefe stammt von der Tiefenschärfe in der Bildebene selbst, der Region, in der der Bildsensor oder Film platziert werden kann und trotzdem akzeptable Schärfe erfasst. In Kamerasystemen wird dies in Bruchteilen eines Millimeters gemessen. Der verwandte Begriff Tiefenschärfe bezieht sich auf das Gleiche, gemessen von der Objektseite des Objektivs aus, in der fotografierten Welt. Optiker bevorzugen oft Schärfentiefe, wenn es um Sensorpositionierungstoleranzen geht; Fotografen und Bildtechniker verwenden häufiger Tiefenschärfe.