Stanzschneiden
Englisch: die cutting
Der allgemeine Prozess des Stanzens mit einer Schneidelehre zum Durchschneiden von Bahnen aus schwach belastbaren Materialien.
Stanzen: Blattmaterial mit geformtem Stahl schneiden
Stanzen ist das Verfahren, bei dem ein gehärtetes Stahlwerkzeug, die sogenannte Stanze, verwendet wird, um Formen aus dünnem, flachem Material auszustanzen oder abzuscheren. Die Stanze sitzt auf einer Presse und trifft das Material in einer einzigen Bewegung oder wiederholten Hüben, wobei ein Werkstück sauber vom umgebenden Material getrennt wird. Das Material wird dabei weitgehend nicht verformt, anders als bei Biege- oder Umformvorgängen. Übliche Materialien sind Papier, Pappe, Gummi, Leder, dünne Kunststoffe und weiche Metalle wie Aluminiumfolie und Kupferblech.
Die Stanze selbst ist in der Regel ein Stahlblock mit scharfen, gehärteten Kanten, die der gewünschten Form entsprechen. Eine Abstreiferplatte sitzt direkt über oder unter der Stanze, um das Verschnittmaterial nach jedem Schnitt auszustoßen. Der Punzen oder die Schneidstanze wird gegen das Material gedrückt, das auf einer Unterlage oder einem Amboss liegt. Der Druck wird in Tonnen gemessen und hängt von der Materialdicke und Zugfestigkeit ab. Der Schnittdruck für Papier bei 0,1 mm Dicke ist vernachlässigbar; ein 1 mm Aluminiumblech erfordert erheblich mehr Kraft. Industrielle Pressen reichen von handbetriebenen Geräten bis zu großen hydraulischen Einheiten mit einer Leistung von 50 bis 500 Tonnen oder mehr.
Varianten und Anordnung
Das Rotationsstanzen verwendet eine zylindrische Stanze auf einer rotierenden Presse und eignet sich ideal für große Stückzahlen beim Stanzen von Dauerware. Das Flachbettstanzen arbeitet mit einer feststehenden Stanze auf einer wechselnd bewegten Presse und bietet mehr Flexibilität für kleine Auflagen und komplexe Formen. Laserschneiden und Wasserstrahlen schneiden konkurrieren heute um Präzision und Materialflexibilität, doch mechanisches Stanzen bleibt schneller und kostengünstiger für Wiederholungsarbeiten in großen Stückzahlen. Die Form der Stanze bestimmt alles: Eine einfache rechteckige Stanze erzeugt Zuschnitte; eine Perforationsstanze erzeugt Bruchkanten; eine Verbundstanze kann in einem Arbeitsgang stanzen, perforieren und prägen.
Die Lebensdauer einer Stanze hängt von der Stahlhärte, der Abrasivität des Materials und der Schnittgeschwindigkeit ab. Eine Stanze für Papier kann Millionen von Teilen stanzen, bevor sie merklich stumpf wird; eine Stanze für grobkörnigen Gummi oder Verbundmaterialien verschleißt schneller. Scharfe Stanzen erzeugen saubere Kanten mit minimalem Grat; stumpfe Stanzen reißen das Material ein, anstatt zu scheren, und hinterlassen raue Kanten und erfordern höhere Drücke. Der Begriff "Stanzen" stammt von der Stanze selbst ab, deren Lineage Jahrhunderte zurückreicht bis zur Münzprägung und Lederbearbeitung.
Das Verfahren bewegt sich an der Grenze zwischen Blechbearbeitung und Verarbeitungsvorgängen. In der Metallwerkstatt erzeugt Stanzen Zuschnitte zum Prägen, Biegen oder Zusammensetzen. Im Verarbeitungsgewerbe schneidet es Papier, Pappe und Folie zu Etiketten, Dichtungen und Verpackungskomponenten. Die Einfachheit und Zuverlässigkeit des Verfahrens, kombiniert mit niedrigen Stückkosten bei großen Stückzahlen, haben das Stanzen trotz der Konkurrenz durch digitales Schneiden und Lasertechnik im Mittelpunkt der Fertigung behalten.