Piña
Englisch: piña
Silberamalgamkegel, der zur Destillation vorbereitet wird.
Piña: Silber-Quecksilber-Paste bereit für den Ofen
Eine Piña ist eine kegelförmige Masse aus Silberamalgam, das Zwischenprodukt, das entsteht, wenn silberhaltiges Erz oder Recyclingmaterial mit Quecksilber vermischt und die gröberen Abfallstoffe abgetrennt worden sind. Der Begriff stammt vom spanischen Wort für Ananas, die der Kegel ähnelt. Die Piña steht an einer bestimmten Stelle im Silberrückgewinnungsprozess: nach der Amalgamierung und vor der Destillation, dem Erhitzungsverfahren, das das Quecksilber austreibt und reines Silber hinterlässt.
Die Piña misst typischerweise 15 bis 25 Zentimeter in der Höhe, je nach Größe des Betriebs und der Menge des verarbeiteten Silbers. Ihre Konsistenz ähnelt schwerer Spachtelmasse oder Ton. Die Kegelform ist praktisch: Sie drainiert leicht im Auffanggefäß, Quecksilber lässt sich effizienter auspressen als aus einer flachen oder unregelmäßigen Masse, und sie stapelt sich platzsparend für den Transport zum Ofen. Die Oberfläche kann mit einer dünnen Schicht oxidiertes Quecksilber überzogen sein, was ihr ein matter, manchmal leicht klebriges Aussehen verleiht.
Die Qualität einer Piña hängt stark davon ab, wie gründlich die vorangegangenen Amalgamierungs- und Waschstufen durchgeführt wurden. Wenn Abfallmineralien, Wasser oder grobe Tailings in dem Kegel eingeschlossen bleiben, wird die Destillation ungleichmäßig; Quecksilberdämpfe entweichen ungleichmäßig, Silber verfestigt sich nicht ordnungsgemäß, und Brennstoff wird verschwendet. Ist die Piña dagegen gut vorbereitet worden, ist die Destillation unkompliziert und die Rückgewinnungsraten bleiben hoch. Eine gute Piña sollte sich beim Anfassen dicht und homogen anfühlen.
Destillation und Silberrückgewinnung
Die Piña wird in einen Retorte genannten Behälter oder eine Kammer geladen, wo sie auf 370 bis 450 Grad Celsius erhitzt wird. Bei diesen Temperaturen siedet das Quecksilber und entweicht als Dampf, passiert ein Kühlsystem, wo es kondensiert und zur Wiederverwendung aufgefangen wird. Das verbleibende Silber verschmilzt zu einer Masse höherer Reinheit. Dieser Schritt ist wichtig, da Amalgam allein nur 40 bis 60 Prozent Silber nach Gewicht enthält; die Destillation entfernt nicht nur Quecksilber, sondern auch alle restlichen Basismetalle oder Verunreinigungen, die sich während der Amalgamierung gelöst haben.
In kleinen und handwerklichen Silberbetrieben werden Piñas nach der Amalgamierung möglicherweise von Hand geformt; in größeren Betrieben entstehen sie auf natürliche Weise, wenn das überschüssige Quecksilber durch Stoff oder feines Siebgewebe abgepresst wird. Der Begriff Piña ist in modernen englischsprachigen Metallarbeitstexten weniger verbreitet als früher, teilweise weil die industrielle Silberrückgewinnung sich heute häufiger auf elektrolytische Raffination oder direkte Schmelzverfahren stützt. Trotzdem bleibt das Wort in spanischsprachigen Regionen und in älterer Fachliteratur gebräuchlich, und die Praxis selbst ist für Recycling und Kleinchargenverarbeitung nach wie vor brauchbar.