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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Dieselabgasflüssigkeit

Englisch: diesel exhaust fluid

Flüssigkeit zur Verringerung kontrollierter Emissionen aus dem Abgassystem von Dieselmotoren.

DEF: Ammoniakverbindung, die NOx-Emissionen von Dieselmotoren reduziert

Dieselabgasflüssigkeit ist eine klare, farblose Flüssigkeit, die in den heißen Abgasstrom moderner Dieselmotoren eingespritzt wird, um Stickoxide (NOx) in harmlosen Stickstoff und Wasserdampf zu zerlegen. Die Flüssigkeit selbst ist eine 32,5-prozentige Harnstofflösung in entionisiertem Wasser; der Harnstoff reagiert mit NOx an einer Katalysatoroberfläche in einem Prozess namens selektive katalytische Reduktion (SCR). DEF ist kein Kraftstoffadditiv und vermischt sich nicht mit Diesel selbst, sondern fließt stattdessen durch ein separates Injektionssystem direkt in das Auspuffrohr oder den Schalldämpfer.

DEF entstand Mitte der 2000er Jahre, als Dieselmotoren mit immer strengeren EPA- und europäischen Emissionsstandards konfrontiert waren. Die EPA-Tier-4-Vorschriften von 2010 in den USA forderten NOx-Reduktionen, die nur durch Kraftstoffeinspritzung nicht zu erreichen waren; SCR-Technologie, die bereits in stationären Industrieanwendungen bewährt war, wurde zur bevorzugten Nachrüstung. Heute ist DEF auf fast allen neuen schweren Diesellastwagen, Baumaschinen, landwirtschaftlichen Geräten und vielen kommerziellen Fahrzeugen der mittleren Klasse obligatorisch.

Handhabung, Lagerung und häufige Ausfälle

DEF muss in Edelstahl- oder Polyethylen-Hochdichte-Tanks gelagert werden, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und bei Temperaturen zwischen 12 und 32 Grad Celsius; außerhalb dieses Bereichs kristallisiert es oder baut sich ab. Kontamination mit Dieselkraftstoff, Wasser oder Metallpartikeln vergiftet den SCR-Katalysator und deaktiviert das System. Viele Feldausfälle entstehen dadurch, dass Bediener DEF-Tanks mit der falschen Düsengröße befüllen, DEF versehentlich mit Kraftstoff vermischen oder gefälschte Flüssigkeit verwenden, die die richtige Harnstoffkonzentration nicht aufweist. Die meisten modernen Lastwagen haben eine DEF-Füllstandsanzeige und Warnleuchten, die eine Leistungsreduzierung des Motors oder eine Abschaltung auslösen, wenn der Flüssigkeitsstand unter einen kritischen Schwellwert fällt.

Der Verbrauch variiert je nach Motorlast und Betriebszyklus. Ein typischer schwerer Diesellastwagen verbraucht etwa 3 bis 6 Prozent des Kraftstoffvolumens als DEF; ein Lastwagen, der pro Woche 100 Gallonen Diesel verbrennt, benötigt möglicherweise 4 bis 6 Gallonen DEF. DEF wird in Großmengen (2.500-Gallonen-Tankwagen), kleinen Fässern (55 Gallonen) und tragbaren Behältern (2,5 Gallonen) verkauft. Der Preis pro Gallone hat seit seiner Einführung je nach Marktlage und Lieferanten-Aufschlag zwischen 1 und 4 US-Dollar gelegen.

Das Akronym DEF stammt aus dem deutschen Regelwerk; Europäer nennen es AdBlue, einen Markennamen, der auf diesem Markt zu einem Gattungsbegriff wurde. Der ISO-22241-Standard definiert Mindestanforderungen an Reinheit und Leistung in den meisten Rechtsordnungen. Techniker und Flottenmanager müssen die Produktzertifizierung überprüfen und strenge Aufzeichnungen über die DEF-Beschaffung führen, da nicht konforme Flüssigkeit Motorgarantien ungültig machen und hohe EPA-Bußgelder verursachen kann.

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