Pitch einstellen
Englisch: disk
Die Propellerblätter in Nullstellung bringen, sodass sie face-on zur anströmenden Luft stehen und maximalen Widerstand erzeugen.
Propeller disken: Blätter flach stellen, um Schub zu killen und Widerstand zu gewinnen
Eine Luftschraube zu disken bedeutet, ihre Blätter auf null Grad Blattverstellung zu drehen, sodass die Vorderkanten direkt in den anströmenden Wind zeigen. Statt die Luft zu greifen und das Flugzeug vorwärts zu ziehen, präsentieren die Blätter ihre flache Seite dem Wind. Das Ergebnis ist maximaler aerodynamischer Widerstand bei null oder nahezu null Schubentwicklung. Das ist eine kritische Operation beim Sinkflug und bei der Landung, besonders bei motorlosen Flugzeugen oder bei Triebwerksausfall.
Der Begriff kommt von der Scheibe selbst, der imaginären Fläche, die die rotierenden Blätter überstreichen. Wenn die Blätter senkrecht zur Anströmung verstellt sind, wird diese Scheibe zu einer flachen Barriere statt zu einer Schraube. Piloten und Wartungstechniker verwenden "disken" als Verb, weil die Aktion schnell und entscheidend ist: man diskt die Luftschraube, und die Sinkgeschwindigkeit des Flugzeugs steigt sofort. Der Effekt ist viel dramatischer als eine teilweise Blattverstellung.
Ausführungsvarianten und mechanische Realität
Nicht alle Luftschrauben können gediskt werden. Festpropeller können ihren Blattwinkel überhaupt nicht verändern. Verstellpropeller mit Drehzahlregler können automatisch disken, wenn der Öldruck zur Verstelleinrichtung ausfällt oder der Pilot den Propellerregler ganz nach hinten zieht. Manche Turbopropensysteme haben einen Feder-Modus, der über null Grad hinausgeht und die Blätter noch weiter nach hinten verstellt, um Windmühlen-Verluste zu minimieren, aber echtes Disken stoppt bei frontaler Ausrichtung. Manual verstellbare oder Zweipositionen-Propeller in älteren Flugzeugen können nur teilweise gediskt werden, weil ihre mechanischen Anschläge den Verstellbereich begrenzen.
Disken ist Standard beim Sinkflug in Segelflugzeugen mit Starthilfsmotor und notwendig bei Mehrmotorenflugzeugen nach Triebwerksausfall. Ein ausgefallenes Triebwerk mit laufender Luftschraube erzeugt enormen Widerstand; das Disken dieser Propeller reduziert die asymmetrischen Kräfte, die der Pilot bewältigen muss, und bringt ein paar Knoten Fluggeschwindigkeit zurück. Bei manchen Flugzeugen erfolgt das Disken automatisch, wenn ein Triebwerk ausfällt und der Öldruck sinkt. Bei anderen muss der Pilot oder Bordingenieur die ausgefallene Luftschraube manuell disken.
Wartungstechniker treffen auf Disken hauptsächlich bei Bodenprüfungen von Propeller-Verstellanlagen. Wenn eine Propeller auf dem Prüfstand nicht disken will, liegt das Problem meist im Verstellaktuator, im Drehzahlregler oder in der Gestängestrecke zwischen den Flugzeugsteuerungen und den Blattansätzen. Vollbereichs-Verstelltests müssen bestätigen, dass die Propeller null Grad Blattwinkel erreicht, ohne zu klemmen oder überzufahren. Jeder Verzug oder die Unmöglichkeit zu disken deutet auf Korrosion, Verschmutzung oder mechanischen Verschleiß in der Verstelleinrichtung hin, der vor dem Flug repariert oder überarbeitet werden muss.