Drape
Englisch: drape
Die Art und Weise, wie ein Stoff fällt oder hängt.
Faltenwurf: wie Stoff beim Hängen arbeitet
Faltenwurf beschreibt die charakteristische Art und Weise, wie ein Stoff sich faltet, anschmiegt oder fließt, wenn er aufgehängt oder unter seinem Eigengewicht hängend angeordnet wird. In der Fertigung und Textilindustrie beschreibt er sowohl das visuelle Erscheinungsbild als auch das messbare physikalische Verhalten eines Materials, von der Fallweise eines Anzugsstoffes am Kleidungsstück bis zur Bewegung eines Gardinenstoffes bei Luftströmungen. Er ist ein kritischer Qualitätsparameter für Bekleidung, Polsterstoffe und Fensterdekorationen.
Der Faltenwurf eines Stoffes hängt von der Faserkomposition, der Garnstruktur, der Fadendichte und der Ausrüstung ab. Schwere Materialien wie Wollanzugsstoff oder Leinen werfen typischerweise markante Falten und vertikale Linien, während leichte Kunstfasern wie Polyester je nach Verarbeitung weiche, fließende Falten erzeugen oder relativ steif bleiben können. Ein Stoff mit schlechtem Faltenwurf kann sich beulen, vom Körper abstehen oder unerwünschte Knitterfalten halten. Umgekehrt kann ein zu starker Faltenwurf ein Kleidungsstück formlos wirken lassen oder Probleme beim Zuschnitt und Nähen verursachen.
Messung und Kontrolle des Faltenwurfes
Der Faltenwurf wird mit standardisierten Verfahren getestet, am häufigsten mit dem Cusick-Faltenwurfkoeffizient. Dabei wird eine kreisförmige Stoffprobe (üblicherweise 28,5 cm Durchmesser) über eine kreisförmige Auflage gehängt und gemessen, wie viel der Probe relativ zum Stützendurchmesser herabhängt. Die Ergebnisse werden in Prozent ausgedrückt; niedrigere Prozentsätze deuten auf steifere Stoffe hin, höhere Prozentsätze auf flüssigeren Faltenwurf. Unterschiedliche Einsatzzwecke erfordern unterschiedliche Zielwerte: ein formales Anzugsgewebe könnte 40 bis 50 Prozent anstreben, während eine Chiffon 70 bis 85 Prozent ansteuert.
Hersteller steuern den Faltenwurf durch Faserauswahl, Bindung oder Strickstruktur, Fadendichte und Ausrüstungschemikalien. Harzausrüstungen können beispielsweise den Faltenwurf durch Versteifung des Stoffes verringern, während Weichmacher oder spezielle Bindungen ihn erhöhen können. Der Begriff selbst stammt vom Verb drapen ab, was bedeutet, Stoff zu hängen oder ihn in Falten anzuordnen, eine Verwendung, die in der Schneiderei und Innengestaltung seit Jahrhunderten besteht.
Schlechter Faltenwurf ist eine häufige Ursache für Nacharbeiten in der Bekleidungsfertigung. Stoffe, die unerwartet fallen, können zu Kleidungsstücken führen, die falsch sitzen, vorzeitig knittern oder übermäßiges Pressen erfordern. Aus diesem Grund testen Mühlen und Hersteller regelmäßig Musterpartien, bevor sie sich zu Großmengen verpflichten, und Spezifikationen für den Faltenwurfkoeffizient sind in Qualitätsvereinbarungen für hochwertige Textilien festgeschrieben.