Trockenheizer
Englisch: dry heater
Torpedomotor, der durch Verbrennung von Kraftstoff mit Druckluft oder Sauerstoff betrieben wird und bei dem kein Wasser in die Brennkammer eingespritzt wird zur Kühlung und Leistungssteigerung.
Trockenheizer: Torpedomotor, der Brennstoff ohne Wasserkühlung verbrennt
Ein Trockenheizer ist ein Verbrennungsmotor, der selbstangetriebene Torpedos antreibt. Er verbrennt Brennstoff mit Druckluft oder Sauerstoff und nutzt nur Luftkühlung, statt Wasser in die Brennkammer einzuspritzen. Der Motor zündet einen Kohlenwasserstoff, üblicherweise eine Flüssigkeit wie Kerosin oder ähnliches Schiffsdiesel, in Gegenwart von unter Druck gespeichertem Oxidantiengas aus Bordflaschen. Dies erzeugt eine thermische Explosion, die einen Kolben oder Drehkolben antreibt, der mit einer Propellerwelle verbunden ist und die Waffe je nach Torpedomodell und Brennstoffladung mit einer Geschwindigkeit von typischerweise 30 bis 45 Knoten durchs Wasser treibt.
Das Fehlen von Wassereinspritzung unterscheidet Trockenheizer grundlegend von ihren Gegenstücken mit Wasserkühlung. Nassheizer, die frühe Torpedobauformen dominierten, spritzen Seewasser in die Brennkammer, um den Motor zu kühlen und gleichzeitig Dampf für zusätzlichen Schub zu erzeugen. Trockenheizer verzichten auf dieses doppelwirkende Kühlsystem zugunsten rein thermischer Ausdehnung. Der Kompromiss ist mechanischer Natur: Trockenheizer laufen heißer und benötigen robustere Werkstoffe, üblicherweise Stahl oder Gusseisen für Zylinder und Kolben, mit engeren Fertigungstoleranzen, um Festfressen und Blowby an den Kolbenringen zu verhindern.
Ein typischer Trockenheizer arbeitet nach einem Zweitaktverfahren mit Verdichtungsverhältnissen von etwa 20:1 bis 40:1. Brennstoff und Oxidantien werden über Zeitventile, die von einer Nockenwelle gesteuert werden, in den Brennraum dosiert; der Kolben verdichtet diese Mischung, eine Zündquelle, üblicherweise ein Glühkopf oder elektrischer Zündfunke, zündet die Verbrennung, und die entstehenden Hochdruckgase treiben den Kolben im Arbeitstakt nach unten. Auslasskanäle öffnen sich kurz vor dem unteren Totpunkt, Frischladungskanäle führen die nächste Zyklus-Mischung zu. Motorblocktemperaturen können während des Betriebs 200 Grad Celsius übersteigen, daher sind Thermoschocks in der Eisengussprägung ein chronisches Ausfallmuster, besonders bei falscher Brennstoffdosierung oder schwankender Oxidantienversorgungsdruck.
Trockenheizer in der Torpedobevolution
Trockenheizer wurden zur Standardausrüstung von Militärtorpedos in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Druckluftflaschen leichter und zuverlässiger wurden und metallurgische Verbesserungen höhere Verbrennungstemperaturen ermöglichten. Der Begriff "Trockenheizer" selbst spiegelt den ingenieurtechnischen Gegensatz: er ist "trocken", weil es keine Wasserkühlung gibt, und "Heizer", weil der Motor im Wesentlichen eine Konstant-Volumen-Brennkammer ist, die eine festgelegte Gasmasse erhitzt und expandiert, um mechanische Arbeit zu erzeugen. Einige Marinen, besonders jene mit modernen U-Boot-Flotten, sind später zu elektrischem Antrieb oder geschlossenen Dieselmotoren übergegangen, doch Trockenheizer-Torpedos blieben in Gebrauch und lagern weiterhin in Beständen weltweit.
Die Anfälligkeit von Trockenheizern liegt in ihrer Abhängigkeit von gleichbleibender Oxidantienversorgungsdruck und präziser Brennstoffdosierung. Fällt der Druck aus der Druckluft- oder Sauerstoffflsche ab, verbrennt der Brennstoff nicht mehr effizient und der Motor verliert Schub; verstopft Brennstoff das Dosierventil, wird die Verbrennung unregelmäßig und der Motor kann ganz ausfallen oder mit heftigem Klopfen laufen. Wartung ist daher entscheidend: Brennstoffleitungen müssen regelmäßig gespült, Ventilsitze auf Kohlestoffbelag überprüft und Kolbenringe auf Verschleiß geprüft werden. Die verschlossene Bauweise bedeutet auch, dass jeder innere mechanische Fehler ohne Zerlegung schwer zu diagnostizieren ist, und Korrosion in der Brennkammer durch restliches Oxidantiengas oder Feuchte kann die Motorlebensdauer im Lager verkürzen.