EIDE
Abkürzung für Extended Integrated Drive Electronics.
EIDE: der parallele Festplattenschnittstellen-Standard, der IDE überlebte
Extended Integrated Drive Electronics (EIDE) ist ein paralleler Schnittstellenstandard, der Speichergeräte und optische Laufwerke mit dem Motherboard eines Computers verbindet. Er entwickelte sich in den frühen 1990er Jahren aus der ursprünglichen IDE-Spezifikation, um Geschwindigkeits- und Kapazitätsgrenzen zu überwinden. EIDE unterstützte Laufwerke größer als 528 MB und Datenübertragungsraten bis zu 33 MB/s bei Standardimplementierungen. EIDE blieb von etwa 1995 bis 2005 die dominierende Speicherschnittstelle in Personalcomputern und Servern, bis Serial ATA (SATA) es zu ersetzen begann.
Der EIDE-Anschluss nutzt ein 40-poliges oder 80-adriges Flachbandkabel, wobei die 80-adrige Variante eingeführt wurde, um Signalstörungen bei höheren Geschwindigkeiten zu reduzieren. Ein typisches Motherboard hatte zwei EIDE-Kanäle, die jeweils zwei Geräte (Master und Slave) mittels Jumper-Konfiguration auf dem Laufwerk selbst unterstützen konnten. Ein System konnte theoretisch vier EIDE-Laufwerke anschließen, obwohl praktische Einschränkungen und Kabellängenbeschränkungen dies oft unmöglich machten.
Geschwindigkeitsmodi und Rückwärtskompatibilität
EIDE unterstützte mehrere Übertragungsmodi, bezeichnet als PIO (Programmed Input/Output) für Laufwerke und DMA (Direct Memory Access) für schnellere Operationen. Mode 5 PIO erreichte höchstens 16,7 MB/s, während UDMA 33 33 MB/s schaffte und UDMA 100 100 MB/s erreichte. Der Standard wahrte Rückwärtskompatibilität mit älteren IDE-Laufwerken, die allerdings mit ihren ursprünglichen Geschwindigkeiten liefen. Dieser schrittweise Übergang ermöglichte es Nutzern, ältere und neuere Hardware auf dem gleichen Kabel zu mischen, ohne Kompatibilitätsfehler zu verursachen.
Anders als SATA erforderte EIDE sorgfältige Aufmerksamkeit bei Master/Slave-Jumper-Einstellungen und Kabelausrichtung. Falsch angeschlossene Kabel führten zu sofortiger Datenbeschädigung oder kompletten Systemausfällen. Die flachen Bandstecker erwiesen sich auch als anfällig für wiederholtes Ein- und Ausführen, und die Kabelverlegung in engen Gehäusen schuf Engpässe für die Luftzirkulation in Server- und Workstation-Umgebungen.
EIDE trieb das Wachstum von kostengünstiger Hochkapazitätsspeicherung während der 1990er und 2000er Jahre voran. Hersteller wie Western Digital, Maxtor und Seagate brachten immer dichtere Laufwerke auf den Markt; 2003 überschritten einzelne Laufwerke 200 GB. Der Standard erstreckte sich auch auf CD-ROM-Laufwerke, CD-RW-Brenner und DVD-Laufwerke und wurde zum universellen Anschluss für Massenspeicherung in dieser Ära. Sein Ende kam nicht wegen technischen Versagens, sondern weil SATAs serielle Architektur, Hot-Plug-Fähigkeit und dünnere Kabel sich für die nächste Generation von Systemen als überlegen erwiesen.