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Industrieelektronik

Volladdierer

Englisch: full adder

Spezifische logische Schaltung, die eine Addition von drei Bits durchführt.

Volladdier: die Drei-Eingang-Schaltung zum Addieren von Binärziffern

Ein Volladdier ist eine digitale Logikschaltung, die drei einstellige Binäreingänge addiert und eine zweisteltige Ausgabe erzeugt. Die drei Eingänge werden üblicherweise mit A, B und Cin (Carry-in) bezeichnet. Die beiden Ausgänge sind das Summenbit (S) und das Carry-out-Bit (Cout). In Industriesteuerungssystemen, Prozessoren und Rechenwerken bilden Volladdier die Bausteine größerer Additionsschaltungen, die mehrsteltige Zahlen verarbeiten.

Die Schaltung gibt ein Summenbit aus, das 1 ist, wenn eine ungerade Anzahl der drei Eingänge 1 ist, und einen Carry-out, der 1 ist, wenn zwei oder mehr Eingänge 1 sind. Dieses Verhalten folgt aus der zugrunde liegenden Booleschen Logik: Die Summe ist das XOR aller drei Eingänge, während der Carry durch Mehrheitsentscheidung erzeugt wird. Ein Volladdier unterscheidet sich vom Halbaddier, der nur zwei Eingänge annimmt und keine Carry-in-Fähigkeit bietet, weshalb er nur für die niedrigstwertigen Bitstellen in einer Berechnung nützlich ist.

Implementierung und Varianten

Volladdier werden mit Grundgattern aufgebaut: AND-, OR- und XOR-Gatter in verschiedenen Konfigurationen. Eine typische Implementierung erfordert fünf Gatter und arbeitet mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit dieser Gatter, typischerweise mehrere Nanosekunden. Die Schaltung kann in TTL (Transistor-Transistor-Logik), CMOS oder als Teil einer größeren integrierten Schaltung implementiert werden. Wenn Geschwindigkeit wichtig ist, verbinden Ripple-Carry-Addier Volladdier in Serie, aber der Carry muss durch jede Stufe propagieren, was bei großen Bitbreiten langsam wird. Look-Ahead-Carry-Verfahren umgehen diese Verzögerung, indem sie Carries parallel berechnen.

In praktischen Systemen arbeiten Volladdier selten allein. Ein 4-Bit-Addier kombiniert vier Volladdier zum Addieren von zwei 4-Bit-Zahlen. Prozessoren verwenden Addier-Arrays für Rechenlogikeinheiten. Moderne CPUs integrieren Addier-Logik auf Befehlsebene, aber der Volladdier bleibt die konzeptionelle und häufig auch physikalische Einheit der Addition auf Transistor-Ebene. Die Verifizierung von Wahrheitstabellen für Volladdier ist eine Standardaufgabe in Kursen zum digitalen Schaltungsdesign, weil die Korrektheit hier in jede arithmetische Operation propagiert, die die Maschine ausführt.

Fehler in Volladdier treten typischerweise als hängende Bits in der Carry-Kette oder als Timing-Verstöße auf, wenn Eingänge schneller wechseln, als die Schaltung sich einstellen kann. Das Testen erfordert, alle acht Eingangskombinationen zu überprüfen und sicherzustellen, dass beide Ausgänge korrekt reagieren. Der Begriff 'Voll' hat sich durchgesetzt, weil er klar zum Halbaddier kontrastiert und weil er einen vollständigen, universell einsetzbaren Einziffern-Addierungsbaustein darstellt, der alle erforderlichen Eingänge annimmt.

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