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Kfz-Technik

elektronisches Stabilitätskontrollsystem

Englisch: electronic stability control

Elektronisches System zur Unterstützung der Fahrstabilität.

ESC: Das Computersystem, das Dein Auto vor dem Seitenschlupf bewahrt

Elektronische Stabilitätskontrolle ist ein geschlossenes Regelsystem, das erkennt, wenn ein Fahrzeug ins Rutschen gerät oder die Richtungskontrolle verliert, und dann automatisch die Bremsen einzelner Räder betätigt, um die Fahrtrichtung zu korrigieren. Das System läuft während der Fahrt ständig und vergleicht die Lenkereingabe des Fahrers mit dem tatsächlichen Fahrtweg des Fahrzeugs, wobei Sensoren die Gierrate, die Seitenbeschleunigung und die Raddrehzahl messen. Wenn das Fahrzeug auf eine Art giert (rotiert), die der Fahrer nicht eingeleitet hat, greift die ESC innerhalb von Millisekunden ein, indem sie einzelne Radbremsen pulsiert und bei einigen Systemen das Motormoment reduziert, um die Stabilität wiederherzustellen.

Das Kern-Sensorsystem umfasst einen Gierratensensor in der Nähe des Fahrzeugschwerpunkts, in der Regel ein mikroelektromechanisches System (MEMS)-Gyroskop, das die Rotationsgeschwindigkeit um die vertikale Achse erkennt, und Seitenbeschleunigungsmesser, die seitwärts wirkende Kräfte messen. Raddrehzahlsensoren an jeder Ecke liefern Daten an das ESC-Modul, damit es zwischen beabsichtigtem Kurvenfahren und Kontrollverlust unterscheiden kann. Moderne Systeme integrieren auch Lenkwinkelsensoren und teilweise zusätzliche Trägheitsmesseinheiten. Das Kontrollmodul, in der Regel ein dedizierter Mikroprozessor mit spezieller Firmware, verarbeitet diese Signale mit Frequenzen zwischen 50 und 100 Hz und gibt Befehle an das Antiblockiersystem (ABS) und die Traktionskontrolle aus, um den Bremsendruck zu modulieren.

Unterschied zur Traktionskontrolle

ESC und Traktionskontrolle sind verwandte, aber getrennte Funktionen. Die Traktionskontrolle verhindert Radschlupf beim Beschleunigen, indem sie erkennt, wenn die Antriebsräder schneller drehen, als die Fahrzeuggeschwindigkeit erlaubt, und dann das Gas reduziert oder die Bremsen betätigt. Die ESC arbeitet sowohl beim Beschleunigen als auch beim Bremsen und befasst sich mit der Gierstabilität, nicht nur mit Radschlupf. Ein Fahrzeug kann Traktionskontrolle ohne ESC haben, obwohl moderne Fahrzeuge beide in einer einzigen Stabilitätskontrollplattform integrieren, die Übersteuern, Untersteuern und Radschlupf-Szenarien bewältigt.

Die Wirksamkeit der ESC hängt stark von der Reifenhaftung und dem Fahrzeugaufbau ab. Auf rutschigem Untergrund wie Eis oder Schotter hat das System weniger Einfluss auf die Korrektur von Schlupfvorgängen, weil die Bremsenbetätigung selbst zu zusätzlicher Instabilität führen kann. Das System kann überfordert werden, wenn der Fahrer Lenkbefehle gibt, die die physikalischen Haftungsgrenzen des Fahrzeugs überschreiten; ESC kann die Gesetze der Physik nicht ändern, sondern nur die schlimmsten Ergebnisse abschwächen. Einige Fahrer schalten die ESC absichtlich aus, wenn sie offroad fahren oder in Rennkontexten unterwegs sind, wo die Eingriffe des Systems als einschränkend empfunden werden; dies beseitigt jedoch einen erheblichen Sicherheitsvorsprung.

ESC wurde in der Europäischen Union 2014 für Neuwagen und in den USA 2012 gemäß bundesstaatlichen Kraftfahrzeugsicherheitsstandards zur Pflicht. Versicherungs- und Sicherheitsorganisationen schreiben dem System vor, dass es einen wesentlichen Prozentsatz von Einzelfahrzeugunfällen verhindert, insbesondere solche, die mit Kontrollverlust verbunden sind. Die Technologie stammt aus den 1990er Jahren und wurde zunächst als Option bei Hochleistungs- und Luxusfahrzeugen angeboten; inzwischen ist sie auf alle Fahrzeugklassen und Preisgruppen verteilt.

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