Elektrophorese
Englisch: electrophoresis
Wanderung von elektrisch geladenen Molekülen durch ein Medium unter Einfluss eines elektrischen Feldes.
Elektrophorese: geladene Teilchen bewegen sich unter Spannung
Elektrophorese ist die physikalische Trennung von Molekülen durch Anlegen eines elektrischen Feldes über ein leitendes Medium. Wenn Sie geladene Teilchen in eine Pufferlösung einbringen und Elektroden an den gegenüberliegenden Enden anschließen, wandern diese Teilchen zur Elektrode mit entgegengesetzter Ladung. Die Wanderungsgeschwindigkeit hängt von der Ladungsdichte des Teilchens, seiner Größe und der Feldstärke ab. In der Energie- und Versorgungswirtschaft ist dieses Prinzip vor allem bei der Wasseraufbereitung relevant, wo schwebende Feststoffe und Verunreinigungen elektrische Ladungen tragen, die zur Unterstützung von Trennung und Reinigung genutzt werden können.
Das Medium selbst ist entscheidend. Für Labor- und Analyseverfahren sind Gele wie Agarose oder Polyacrylamid Standard: die Moleküle wandern durch die Poren mit Geschwindigkeiten, die durch ihr Ladungs-Massen-Verhältnis und den Widerstand der Gelmatrix bestimmt werden. Bei der industriellen Wasseraufbereitung ist das Medium oft das Wasser selbst oder eine speziell vorbereitete Elektrolytlösung. Die elektrische Feldstärke wird in Volt pro Zentimeter gemessen. Feldstärken in der Analytik liegen zwischen 5 und 15 V/cm; bei der industriellen elektrokinetischen Sanierung oder Wasseraufbereitung können die Gradienten viel niedriger sein, um Erwärmung und unerwünschte chemische Reaktionen zu vermeiden.
Zwei Hauptvarianten treten im Versorgungssektor auf. Elektrophoretische Abscheidung nutzt Elektrophorese, um geladene Teilchen auf ein Substrat zu transportieren und dort abzulagern oder zu konzentrieren; dies wird in einigen modernen Wasseraufbereitungssystemen eingesetzt, um koagulierte Feststoffe abzuscheiden. Elektrokinetische Behandlung wendet Elektrophorese in Boden und Grundwasser an, wobei ein elektrisches Feld ionische Verunreinigungen und Feuchtigkeit durch kontaminiertes Material zu Extraktionselektroden treibt. Beide nutzen dasselbe physikalische Prinzip, aber in völlig unterschiedlichen Größenordnungen und Zeiträumen.
Praktische Grenzen und Nebenwirkungen
Das Verfahren erzeugt Wärme. Der Stromfluss durch den Widerstand des Mediums erzeugt Joule-Wärme proportional zu I2R. In geschlossenen Räumen oder bei hochleitfähigen Lösungen steigt die Temperatur schnell an, was Proteine denaturieren, unerwünschte Reaktionen verursachen oder das Medium zum Kochen bringen kann. Elektroosmose, der Massenfluss von Flüssigkeit zu einer Elektrode, kann ebenfalls auftreten und beeinträchtigt die Trennung, wenn sie nicht kontrolliert wird. Bei analytischer Gelelektrophorese wird dies durch die Pufferwahl und die Feldgeometrie gesteuert; bei der Sanierung vor Ort ist sie oft vorteilhaft für die Wasserbewegung.
Der Name spiegelt seinen Mechanismus wider: vom Griechischen electron, Bernstein (die historische Quelle der statischen Aufladung), und phoresis, das Tragen oder Befördern. Der Begriff kam im 19. Jahrhundert in das wissenschaftliche Vokabular, als Forscher elektrische Effekte auf kolloidale Teilchen und biologische Moleküle untersuchten. Heute bleibt er grundlegend für sowohl Labormolekularbiologie als auch industrielle Prozesse in der Wasserreinigung, wo er oft neben herkömmlicher Koagulation und Membranfiltration arbeitet, anstatt sie zu ersetzen.