Ausgleichsbalken
Englisch: equalising beam
Stahlbalken, der die Aufhängung von zwei oder mehr benachbarten Achsen eines Fahrzeugs mit mindestens zwei Achsen verbindet, besonders bei Lokomotivdrehgestellen.
Ausgleichsbalken: Lastverteiler für mehrachsige Fahrwerke
Ein Ausgleichsbalken ist ein starres Stahlbauteil, das die Fahrwerksysteme von zwei oder mehr benachbarten Achsen in einem Fahrzeug mechanisch miteinander verbindet. Bei Eisenbahnlokomotiven und mehrachsigen Straßenfahrzeugen verteilt er die Last zwischen den Achsen so, dass jede unabhängig von unebenen Schienen- oder Fahrbahnen ungefähr gleichmäßig belastet wird. Der Balken schwenkt oder biegt sich an seinem Mittelpunkt, wodurch einzelne Achsen heben und senken können, während das Gesamtgleichgewicht erhalten bleibt.
In Lokomotivdrehgestellen verbinden Ausgleichsbalken üblicherweise drei oder vier Triebachsen in einem starren Rahmen. Der Balken sitzt über den Achslagern und ist über kurze senkrechte Verbindungsstangen oder Augen mit ihnen verbunden. Wenn ein Rad auf eine Vertiefung trifft, drückt seine Achse gegen den Balken; dieser schwingt leicht aus und verteilt etwas von dieser Last auf die Nachbarachsen. Diese Verteilung ist nicht mathematisch gleich, sondern proportional zur Steifheit jeder Feder und zur Position der Last.
Warum Ausgleichung wichtig ist
Ohne Ausgleichsbalken würden Loks mit mehreren Triebachsen sehr ungleichmäßig belastete Räder haben. Eine Achse könnte 15 Tonnen tragen, während eine benachbarte nur 10 trägt, selbst auf ebener Strecke. Das führt zu ungleichmäßigem Verschleiß von Rädern und Schienen, erhöht die Spurkränze auf Kurven und verringert die Haftung. Der Balken erzwingt einen Kompromiss: Keine Achse ist perfekt belastet, aber sie liegen nah beieinander, sodass die Traktion verbessert und die Schienenbelastung über das ganze Drehgestell verringert wird.
Ausgleichsbalken finden sich bei den meisten Dampf- und Diesellokomotiven mit mehr als zwei Triebachsen pro Drehgestell. Bei modernen Güterwagen sind sie seltener, da diese oft Luftfederung und aktive Lasten-Sensoren verwenden. Bei älteren gelenkigen Dampflokomotiven können separate Ausgleichsbalken Gruppen von je drei oder vier hintereinander angeordneten Achsen verbinden; die Geometrie wird dann komplex, weil die Schwenkpunkte die Vor- und Zurückbewegung sowie die Seitenbewegung des Lokomotivrahmens in Kurven zulassen müssen.
Häufige Ausfallarten sind Bruch des Balkens selbst unter starken Kurvenlastern, Verschleiß der Achslochlöcher und Steifheitsverlust, wenn der Balken verbeult oder rostet. Die Instandhaltung erfordert regelmäßige Kontrolle der Schwenkbolzen, der Gabelverbindungen und des Balkens auf Risse; Spiel hier führt unmittelbar zu Lastungleichgewicht und Radschlupf in haftungsgrenzenden Steigungen.