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Maschinenbau

Wastegate

Englisch: wastegate

Ventil, das Abgase am Turbolader vorbeiführt, um Übergeschwindigkeit des Rotors oder übermäßigen Ladedruck zu vermeiden und Klopfen oder Detonation des Motors zu verhindern.

Wastegate: Druckregelventil für aufgeladene Motoren

Ein Wastegate ist ein Bypassventil, das in einen Turbolader eingebaut oder auf diesem montiert ist und einen Teil der heißen Abgase um das Turbinenrad herum leitet. Durch das Ablassen von Abgasen direkt in die Atmosphäre oder zurück ins Abgassystem hinter dem Turbo verhindert es eine zu hohe Turbonengeschwindigkeit und hält den Ladedruck im sicheren Bereich. Ohne Wastegate würde ein aufgeladener Motor bei Vollgas den Ladedruck unkontrolliert aufbauen, das Kraftstoff-Luft-Gemisch würde klopfen und Kolben und Lager wären zerstört.

Das Ventil öffnet normalerweise, wenn der Druck aus dem Ansaugkrümmer die Federspannung überwindet. Die meisten Wastegates verwenden ein Pilz- oder Schmetterlingsventil mit federbelastetem Aktuator. Die Federvorspannung bestimmt den Öffnungsdruck, üblicherweise zwischen 0,5 und 1,5 bar über Atmosphärendruck bei Serienmotoren. Mit steigendem Ladedruck wirkt der Druck auf ein Zwerchfell und öffnet den Pilz und damit einen Kanal in der Turbo-Volute. Je weiter das Ventil öffnet, desto weniger Abgasenergie treibt die Turbine an und der Ladedruck stabilisiert sich.

Typische Probleme und Abstimmung

Innenliegende Wastegates, die ins Turbo-Gehäuse gegossen sind, bieten kompakte Bauform, aber begrenzte Verstellbarkeit. Externe Wastegates, separat montiert und an den Turbinenauslass angeschlossen, ermöglichen Federwechsel oder elektronische Regelung für präzisere Druckkontrolle. Festsitzende oder undichte Wastegates verursachen Ladedruck-Übersteuerung, bei der der Druck über den Sollwert steigt, oder Druckverlust, bei dem der Druck zu niedrig bleibt. Rußablagerungen, Lagerverschleiß mit Wellendurchbiegung und Federermüdung sind typische Ausfallmechanismen nach längerem Hochlast-Betrieb.

Bei umgebauten Motoren tauschen Tuner oft Wastegate-Federn aus oder bauen programmierbare Solenoid-Ventile ein, um die Druckkurve unter verschiedenen Fahrbedingungen anzupassen. Eine weichere Feder senkt die Öffnungsschwelle, was bei marginalem Kraftstoff oder in heißem Klima vor Klopfen bewahrt. Umgekehrt ermöglichen steifere Federn höhere Spitzendrücke bei Motoren mit robusten Komponenten und hochwertigem Fuel. Bei Rennmotoren kommen manchmal zwei Wastegates zum Einsatz für schnellere Regelung oder größere Ventile, um mehr Abgasvolumen ohne Drosselung der Turbine bei Teillast zu bewältigen.

Der Name beschreibt die Funktion: Es ist buchstäblich ein Tor, das Abgasenergie verschwendet, anstatt sie vollständig durch die Turbine zu leiten. Bei Motoren ohne Druckregelung ist die Wastegate-Kontrolle einer der wenigen Bremsen gegen Beschleunigung ohne Kontrolle und mechanischen Ausfall. Richtige Dimensionierung und Abstimmung gleichen Leistung gegen Haltbarkeit und Fahrbarkeit ab.

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