gleichwölblinsenförmig
Englisch: equiconvex
Oberflächen mit gleichem konvexem Krümmungsradius aufweisend.
Equikonvex: beide Seiten wölben sich gleich nach außen
Eine equikonvexe Linse hat zwei gekrümmte Flächen, die gleich nach außen gewölbt sind, jeweils mit identischem Krümmungsradius. Wölbt sich eine Seite mit einem Radius von 100 mm, wölbt sich die andere Seite ebenfalls mit 100 mm. Diese Symmetrie unterscheidet sie von anderen Linsenformen: eine plankonvexe Linse hat eine flache und eine gekrümmte Fläche, während eine bikonvexe Linse unterschiedliche Radien auf jeder Seite aufweisen kann.
Equikonvexe Linsen sind Sammellinsen, die Lichtstrahlen auf einen gemeinsamen Brennpunkt konzentrieren. Die Brennweite hängt vom Krümmungsradius und vom Brechungsindex des Materials ab (typischerweise Glas oder Kunststoff mit Indizes zwischen 1,5 und 1,9). Ein kleinerer Radius erzeugt eine kürzere Brennweite und stärkere Vergrößerung. Die Symmetrie bedeutet, dass die Linse unabhängig davon funktioniert, welche Fläche dem Objekt zugewandt ist.
Typische Anwendungen und Varianten
Equikonvexe Linsen sind in Lichtlupen, einfachen Lesegläsern und als Elemente in optischen Systemen zu finden. Kleinere equikonvexe Linsen (Durchmesser unter 25 mm) sind Standard in der Inspektionsoptik und bei Laser-Beam-Kollimatoren. Größere Ausführungen dienen in Projektoren und einigen Kamerasystemen. Zu den Varianten gehören achromatische equikonvexe Doppellinsensysteme, bei denen zwei Linsen unterschiedlicher Glassorten verleimt werden, um chromatische Aberration zu reduzieren, einen häufigen Fehler, der weißes Licht an den Rändern vergrößerter Objekte in Farbsäume aufteilt.
Die Symmetrie der equikonvexen Geometrie führt zu sphärischer Aberration, besonders bei größeren Blenden. Lichtstrahlen am Rand der Linse fokussieren leicht näher als Strahlen durch die Mitte, was verschwommene Lichthöfe erzeugt. Das schränkt equikonvexe Linsen in der Präzisionsabbildung ein; komplexere Designs verteilen die optische Stärke auf mehrere Elemente, um dies zu korrigieren. Bei niedrigeren Anforderungen wie allgemeiner Vergrößerung oder Strahlenaufweitung bleibt equikonvex die wirtschaftliche Wahl.
Der Begriff stammt vom lateinischen Präfix equi für gleich, verbunden mit convex, lateinisch für nach außen gewölbt. Er ist präzise und eindeutig in optischen Spezifikationen, wo Radiuswerte immer für jede Fläche angegeben werden. Hersteller führen equikonvexe Designs typischerweise nach Durchmesser, Brennweite und Material auf, wobei Radiuswerte in den meisten Fällen aus der Brennweitenformel berechnet statt direkt gemessen werden.