gleichkörnig
Englisch: equigranular
Hauptsächlich aus Körnern ähnlicher Größe zusammengesetzt.
Äquigranular: Gestein mit gleichmäßig großen Mineralkörnern
Ein äquigranulares Gestein zeichnet sich dadurch aus, dass die Mineralkristalle oder -körner in der gesamten Probe ungefähr gleich groß sind. Dies unterscheidet sich von porphyrischen Texturen, bei denen große Kristalle (Phänokriste) in einer feinkörnigeren Grundmasse eingelagert sind, oder von ungleichkörnigen Gesteinen, bei denen die Korngrößen stark variieren. Eine äquigranulare Textur entsteht, wenn die Abkühlung oder Kristallisation mit relativ konstanter, gemäßigter Geschwindigkeit abläuft, so dass alle Minerale ähnlich lange wachsen können, bevor die Erstarrung abgeschlossen ist.
Bei Magmatiten ist äquigranulare Textur typisch für Granite, die unterirdisch langsam erkaltet sind; die Korngrößen liegen bei solchen Gesteinen üblicherweise zwischen 1 und 10 Millimetern. Basalt und Rhyolit, die an der Oberfläche schnell erkaltet sind, zeigen selten äquigranulare Textur, da für gleichmäßiges Kristallwachstum nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Metamorphe Gesteine, besonders Schiefer und Gneise, die unter gleichmäßigen Druck- und Temperaturbedingungen umkristallisiert sind, zeigen häufig äquigranulare oder nahezu äquigranulare Texturen.
Praktische Bedeutung beim Abbau und der Verarbeitung
Äquigranulare Gesteine brechen gleichmäßiger auf als ungleichkörnige Gesteine, was beim Natursteinabbau und der Splittherstellung von Vorteil ist. Ein Granit mit gleichmäßiger Korngröße bricht längs der Körner in vorhersehbarer Weise, was verschwendungsreiche Zersplitterung reduziert. Gesteine mit gemischten Korngrößen dagegen bilden oft Spannungskonzentrationen an den Grenzen zwischen großen und kleinen Körnern aus, was zu unregelmäßigen Bruchmustern und geringeren Ausbeuten an verwertbarem Stein führt.
Der Begriff stammt vom lateinischen aequus (gleich) und granulum (kleines Korn) und spiegelt die anschauliche Beschreibung wider, die Geologen beim Untersuchen von Dünnschliffen oder Handstücken unter dem Vergrößerungsglas verwenden. Er ist nach wie vor Standard in Bergbaugeologie-Berichten, Abbaustellenbewertungen und Splittspezifikationen, wo die Texturklassifikation direkte Auswirkungen auf die Wahl der Abbaumethode und die Produktqualität hat.