SpracheEnglishDeutsch
Bergbau und Gewinnung

Gefüge

Englisch: fabric

Das Erscheinungsbild der kristallinen Körner in einem Gestein.

Gefüge: Anordnung und Orientierung von Mineralen im Gestein

In der Bergbaugeologie beschreibt Gefüge die physikalische Anordnung, Größe und Orientierung von Mineralkristallen innerhalb eines Gesteinskörpers. Es ist das dreidimensionale Muster, das man beim Betrachten einer Gesteinsprobe beobachtet, besonders bei Vergrößerung oder im Dünnschliff unter dem Mikroskop. Das Gefüge zeigt, wie das Gestein entstanden ist, wie es verformt wurde und ob es wirtschaftlichen Wert als Erzlagerstätte hat.

Die wesentlichen Komponenten des Gefüges sind Korngröße, Kornform und die bevorzugte Orientierung der Körner zueinander. Ein Granit kann ein grobes äquigranulares Gefüge aufweisen, bei dem Feldspäte, Quarz und Glimmerkristalle ungefähr gleich groß und zufällig orientiert sind. Ein metamorpher Schiefer zeigt dagegen eine starke Schieferung, ein Gefüge, bei dem Plattenminerale wie Glimmer parallel zueinander ausgerichtet sind und dem Gestein ein ausgeprägtes schichtiges Aussehen verleihen. Magmatische Gesteine in der Nähe des Kontakts zum Nebengestein entwickeln oft ein feinkristalloides porphyrisches Gefüge, mit großen Kristallen (Phänokristallen) in einer viel feiner kristallinen Grundmasse.

Gefüge und Charakter der Erzlagerstätte

Bergleute und Geologen nutzen das Gefüge, um zu ermitteln, ob ein Erzkörper Verformung, hydrothermale Alteration oder Verwitterung erfahren hat. Ein Sulfiderz mit massivem Gefüge (dicht verzahnte Körner ohne bevorzugte Orientierung) verhält sich beim Zerkleinern und Mahlen anders als eines mit disseminiertem Gefüge, bei dem Erzminerale im Nebengesteinswirt verstreut sind. Kataklastische Gefüge, entstanden durch mechanische Bruchbildung und Korngrößenreduktion unter Spannung, können auf die Nähe zu einer Störung oder Falte hindeuten und beeinflussen die metallurgische Gewinnungsquote. Oxidierte oder ausgelaugte Zonen zeigen oft ein brekziiertes Gefüge, gekennzeichnet durch eckige, zementierte Bruchstücke, was auf chemische Verwitterung hindeutet.

Die Gefügeterminologie unterscheidet sich leicht zwischen Mineralexploration, metamorpher Geologie und Bergbautechnik. Geotechnik-Ingenieure nutzen das Gefüge zur Beurteilung der Gesteinsmassekompetenz und Standsicherheit; ein gut verzahntes magmatisches Gefüge steht in steileren Winkeln an als ein plattig ausgebildetes metamorphes. Metallurgen testen Gefügemuster in Erzproben, um die Befreiung vorherzusagen, das heißt, wie sauber sich Erzminerale von Abraum während der Aufbereitung und des Verhüttens trennen.

Der Begriff stammt aus der Petrographie, der mikroskopischen Gesteinskunde, und ist wesentlich für Kernbeschreibung, Ressourcenschätzung und die Planung von Tage- oder Untertagebau. Eine einzelne Erzlagerstätte kann mehrere Gefüge in verschiedenen Zonen aufweisen; das Verständnis dieser räumlichen Variation ist entscheidend für Gradekontrolle und Aufbereitungsentscheidungen.

Mehr aus Mining and extraction

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.