Dilving
Englisch: dilving
Das Schütteln von Zinnerz in einem unter Wasser gehaltenen Sieb, wobei das Abfallmaterial ausgeschwemmt wird und das Zinn zurückbleibt.
Dilving: Unterwassersiesung zur Trennung von Zinn von Abraum
Dilving war ein Schwerkrafttrennverfahren im Zinnbergbau, mit dem Erz durch das Schütteln eines in Wasser eingetauchten Siebs konzentriert wurde. Das Prinzip war einfach: Zinnerzpartikel, die dichter als Bergematerial waren, setzten sich ab und blieben im Sieb, während leichteres Material durch das Maschenwerk weggewaschen wurde. Dieses Verfahren wurde in Zinnminen von Cornwall und Devon angewendet, wo Schotter- und Verwitterungslagerstätten geeignete Erzbrocken für die Aufbereitung lieferten.
Die Arbeitsweise beruhte darauf, dass der Siebhalter in einer Rinne oder einem flachen Bach stand. Der Arbeiter hob und senkte den Siebrahmen rhythmisch, üblicherweise aus Holz mit Draht- oder Flechtmetallmaschengrund, wodurch das Wasser feinerere Abfallpartikel über die Kante spülte, während schwerere Zinnpartikel am Maschenwerk hafteten. Die untergetauchte Arbeitsweise reduzierte Staub und war weniger anstrengend als die Trockensiebung, erforderte aber eine zuverlässige Wasserversorgung vor Ort.
Warum Dilving obsolet wurde
Dilving geriet außer Gebrauch, als die Erzgehalte zurückgingen und die Minen in tiefere Lagerstätten mit höherem Ton- und Feinstoffanteil vorrückten. Das Verfahren war langsam und arbeitsintensiv im Vergleich zu mechanischen Klassierern und Schüttelherden, die ab dem 19. Jahrhundert Standard wurden. Diese motorisierten Alternativen boten bessere Ausbeuten und konnten Feinstoffe verarbeiten, die Dilving nicht effektiv zurückhalten konnte.
Der Begriff selbst ist heute auf Texte zur Bergbaugeschichte und archäologische Aufzeichnungen von Zinngewinnungsstätten beschränkt. Er erscheint in Bergbaumanualen und Berichten über cornische Bergbaupraktiken aus dem 16. und 17. Jahrhundert, aber das Wort hat kein modernes Äquivalent in der zeitgenössischen Mineralaufbereitung, da das zugrunde liegende Verfahren keine aktuelle industrielle Anwendung hat. Das Verständnis von Dilving ist hauptsächlich für diejenigen relevant, die historische Bergbaubetriebe nachvollziehen oder die Entwicklung der Aufbereitungstechnik erforschen.