Abbaufront
Englisch: facework
Arbeit an der Abbaufront, beispielsweise an der Kohleflöz-Front.
Abbauarbeit: Arbeit an der offenen Arbeitsfläche eines Bergwerks
Abbauarbeit ist die Aufgabe, Kohle, Erz oder andere Mineralien direkt von der offenen Arbeitsfläche oder dem Flöz eines Bergwerks abzubauen, zu bohren, zu sprengen oder zu laden. Das Flöz ist die aktive Kante, an der der Erzkörper oder das Flöz auf das umliegende Gestein trifft. Alle Maschinen und Arbeitsleistungen, die mit der Gewinnung von Material an dieser Grenzfläche verbunden sind, zählen zur Abbauarbeit, im Gegensatz zu Hilfstätigkeiten wie Förderung, Bewetterung oder Sicherung.
In Kohlebergwerken umfasst die Abbauarbeit typischerweise eine Kohlenhobel, der entlang des Flözes auf motorgesteuerten Stützen, sogenannte Zangen oder Schilde, fährt. Der Hobel schneidet Kohle ab und leitet sie auf ein Förderband (Panzerflexförderband oder AFC), das parallel zum Flöz verläuft. Ein Bergmann, der den Hobel bedient, muss auf seine Position, Höhe und Geschwindigkeit achten und dabei auf Dachstabilität und Schnittqualität überwachen. Teams von ein bis drei Arbeitern können während einer Schicht an einem einzelnen Kohleflöz arbeiten und dabei Stützpfeiler oder Schilde anpassen, während das Flöz voranbewegt wird.
Im Hartsteinbergbau bedeutet Abbauarbeit, Sprengbohrlöcher ins Gestein zu bohren, Sprengstoffladungen einzusetzen und zu zünden, um das Erz zu zerkleinern. Das Erz wird dann in Lastkraftwagen geladen oder auf Förderanlagen verladen. Die Geschwindigkeit der Abbauarbeit bestimmt die Produktion: Eine Kohlengrube mit einem langsam fahrenden oder häufig stillstehenden Hobel, oder eine Hartsteingrube, in der Bohren und Sprengen nicht mit der Ladekapazität mithalten können, wird im gesamten Betrieb unterdurchschnittlich abschneiden.
Gefahren und Abweichungen
Abbauarbeit birgt das höchste Unfallrisiko im Bergbau. In unterirdischen Kohlebergwerken drohen Dachbrüche, Selbstentzündung, Methanausbrüche und Staubanschwemmung an den Arbeitern. In Oberflächen- und unterirdischen Hartsteingruben entstehen Gefahren durch schlechte Sprengplanung, Sprengflug und unkontrollierte Zerkleinerung. Müdigkeit und Stress durch Lärm, Hitze, Staub und Isolation sind chronische Belastungen. Die moderne Mechanisierung hat die direkte manuelle Abbauarbeit in vielen Kohlebergwerken in Industrieländern reduziert, aber der Begriff bleibt Standard und viele Bergwerke, besonders im Kohlebergbau, beschäftigen weiterhin große Abbauteams.
Die Bedingungen bei der Abbauarbeit sind stark abhängig von Geologie und Teufe. Ein dünnes, krümeliges Kohleflöz erfordert ständige Sicherung und sorgfältige Pfeilergewinnung; ein dickes, stabiles Flöz ermöglicht schnelleres Voranbewegen. Hartsteinflöze können stabiler Granit oder instabiler, verwitterter Schiefer sein. Der Begriff umfasst sowohl die physische Arbeit als auch den Ort, an dem sie stattfindet, was ihn zur zentralen Begrifflichkeit in der Bergbausprache und -planung macht.