Spake
Englisch: spake
Eine auf Schienen laufende Wagenkonstruktion zum Transport von Arbeitern in und aus einem Kohlebergwerk.
Spake: der Förderkorb des Bergmanns auf Schienen
Ein Spake ist ein kleiner schienengebundener Förderkorb oder eine Fördereinheit, die dazu dient, Arbeiter in tiefe Bergbaue, besonders in Steinkohlegruben, hinab- und hinaufzubefördern. Im Gegensatz zu größeren Förderwagen, die das abgebaute Material transportieren, ist ein Spake speziell für den Personentransport konzipiert. Die Seitenwände bestehen aus hölzernen oder metallenen Latten, die eng genug beieinander liegen, um den Durchzug zu ermöglichen und gleichzeitig zu verhindern, dass Arbeiter während der Fahrt zwischen Obertage und Arbeitsstelle hinausfallen.
Der Spake hängt an einem Stahlseil oder einer Kette, die mit einer Fördermaschine an der Schachtöffnung verbunden ist. Wenn die Maschine das Seil aufwickelt oder freigibt, senkt oder hebt sich der Korb im Schacht, oft mit einer Geschwindigkeit von etwa 90 bis 120 Zentimetern pro Sekunde. Die meisten Speakes haben rechteckige Form und messen ungefähr 1,2 Meter in der Breite, 1,8 Meter in der Länge und 1,5 Meter in der Höhe. Sie fassen zwischen 8 und 12 Arbeiter pro Fahrt, wobei die Kapazität je nach Grube und Schachttiefe unterschiedlich ausfiel.
Der Begriff Spake leitet sich offenbar von der radialen Versteifung des Korbes ab, die an die Speichen eines Rades erinnert, wobei die Verwendung je nach Region und Zeitraum unterschiedlich war. In einigen britischen Kohlerevieren bezeichneten Arbeiter die gleiche Ausrüstung als Cage oder Kibble, während die Amerikaner oft den Begriff Skip verwendeten. Der Spake stand an der Schnittstelle zweier Bergbautradionen: zwischen dem Personenförderkorb und dem Schuttförderkorb, wobei die Hauptaufgabe des Speakes im Personentransport lag.
Mechanische Defekte am Spake stellten ernsthafte Gefahren dar. Korrosion des Seils durch säurehaltiges Grubenwasser, Ermüdung des Metallrahmens durch wiederholte Stoßbelastungen und menschliches Versagen des Fördermaschinenführers trugen alle zu Förderkorb-Unfällen bei. Viele Gruben führten strenge Inspektionsverfahren durch, einschließlich magnetischer Prüfung der Seilfasern und regelmäßiger Schmierung der Befestigungspunkte, um diese Risiken zu kontrollieren.
Der Spake wurde nach den 1950er Jahren seltener, da elektrische Förderkoörbe mit automatischen Bremssystemen und modernen Sicherheitsvorrichtungen die älteren dampf- und handbetriebenen Fördermaschinen ersetzten. Tiefe Bergwerke in Kontinentaleuropa und darüber hinaus führten Personenförderkoörbe mit Stahlrahmen, Notgegengewichten und Lastsensoren ein, wodurch der einfachere Spake überflüssig wurde. Heute existiert der Spake hauptsächlich als historisches Objekt auf Bergbaudenkmälern und in Grubenmuseen.